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Festmachen in Bremerhaven
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Nudge-Recycling (2)

Schon mit kleinen Aufklebern und Hinweisen kann klimafreundliches Verhalten am Arbeitsplatz erleichtert werden: Dieses Nudge-Beispiel wurde von den Mitarbeitenden der Firma Sonnentracht entwickelt und soll bei der korrekten Mülltrennung in der Bürokantine unterstützen. (Foto: energiekonsens, Fotograf Michel Iffländer/GFG)

Best Practices aus der Wirtschaft, Energieeffizienz, GREEN CLIMATE, Klimaschutz, Neues aus Forschung, Bildung, Wissenschaft

Sparkasse, Gruppe GME und AWO Bremerhaven nudgen Mitarbeitende zu mehr Klimaschutz

Weitere Unternehmen können noch mitmachen!

Elf Bremer und Bremerhavener Unternehmen sind bereits Teil des bundesweiten Forschungsprojektes Green Nudging. Das 2019 von der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens in Bremen initiierte Projekt zur Förderung von klimafreundlichem Verhalten am Arbeitsplatz befindet sich mittlerweile im bundesweiten Rollout. Während dieser Phase werden die mehr als 45 entwickelten und gesammelten „Nudges“ (engl. für Anstupser) von Unternehmen in der Praxis getestet. Im Land Bremen beteiligen sich die Sparkasse Bremen, die Architekten-Gruppe GME und die AWO in Bremerhaven mit ihren insgesamt über 2.300 Mitarbeitenden am Rollout – weitere Unternehmen können sich noch bewerben.

 Wie kann ein Unternehmen seinen Mitarbeitenden klimafreundliches Verhalten erleichtern? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt Green Nudging von energiekonsens, der Klimaschutzagentur für das Land Bremen, nach. Dabei sollen sogenannte Nudges im Arbeitsalltag zum Tragen kommen – kleine Maßnahmen, die klimafreundliche Entscheidungen erleichtern und gänzlich auf monetäre Anreize, Ge- oder Verbote verzichten. Die Bandbreite der 45 Nudges erstreckt sich von der Installation digitaler Anzeigen und analoger Hinweise, über Bereitstellung von Mehrwegbehältern -für das auswärts geholte Mittagessen bis hin zu Team-Challenges mit Blick auf nachhaltiges Pendeln.

Oft helfen schon kleine, niedrigschwellige Maßnahmen: Ein Nudge im Projekt ist beispielsweise der Hinweis „Think before you print“ in E-Mail-Signaturen, der über den konkreten Ressourcenverbrauch beim Ausdrucken von E-Mails informiert und dies herunterschrauben soll, ein anderer Nudge ist die technische Optimierung von Präsentationen für die mobile Nutzung. „So können wir eine Menge Papier und Druckertinte sparen“, bestätigt Katja Mandt, zuständig für das Thema Nachhaltigkeit bei der Sparkasse Bremen, die diese Nudges zusammen mit einem Team von Mitarbeitenden ausgesucht und implementiert hat. „Nachhaltigkeit ist für uns ein wichtiges Thema. Mit über 1.100 Mitarbeitenden zahlt das Verhalten der Kolleginnen und Kollegen deutlich in unserer Klimabilanz ein.“

Unternehmen testen Wirksamkeit von Nudging während bundesweiten Rollouts

Welche Wirkung die einzelnen Nudges haben, wird nun während der bis Jahresende dauernden Rollout-Phase von Unternehmen im Land Bremen, in Sachsen und dem Rhein-Neckar-Kreis getestet und evaluiert. Neben der Sparkasse, haben sich jüngst auch die Architektengruppe GME sowie die AWO Bremerhaven dem Projekt angeschlossen. „In der Vergangenheit haben wir bereits einige Maßnahmen zur Förderung von klimafreundlichem Verhalten bei uns implementiert“, erzählt Cyrielle Kugler, Nachhaltigkeitsreferentin der AWO Bremerhaven. „Der Ansatz des Nudging ist da eine hervorragende Ergänzung, insbesondere, weil er die Mitarbeitenden in den Prozess einbindet.“ Noch steht der Team-Workshop bei der AWO aus, infolgedessen passende Nudges für das Unternehmen ausgesucht werden sollen. Anders bei der GME-Gruppe, die bereits erste Maßnahmen testet. „Die Grundsätze, die für uns bei unseren Bauvorhaben selbstverständlich sind, sollen sich auch deutlicher in unserem Büroalltag wiederspiegeln. Wir möchten, dass ressourcenschonendes und ökologisches Handeln von uns in allen Lebensbereichen konsequenter gelebt und umgesetzt wird“, erklärt Geschäftsführer Christian Buck, die Teilnahme seines Unternehmens. „Wir sind auf die Ergebnisse gespannt!“

Projektwebseite bietet Überblick über Nudges und Leitfaden für Unternehmen

In Bremen und Bremerhaven gibt es für Unternehmen noch die Möglichkeit unter Anleitung der Klimaschutzagentur grüne Nudges zu erproben. „Wir freuen uns über die Nachfrage am Projekt und die positive Rückmeldung“, äußert sich Astrid Stehmeier, Projektleiterin bei energiekonsens. „Die Aussagen zur Wirkung der Nudges helfen uns, das Konzept für Unternehmen zu optimieren.“ Alle entwickelten Nudges finden sich auf der Projektwebseite www.green-nudging.de. Unternehmen, die ohne externe Anleitung selber loslegen wollen, können dort ebenfalls auf einen Leitfaden sowie detaillierte Informationen zur wissenschaftlichen Basis und dem Nudging-Prozess zugreifen.

Kontakt

Unternehmen können „Green Nudging“ als Teilnehmer der Rollout-Phase ausprobieren und profitieren dabei von der Begleitung durch energiekonsens, in Form von Auftaktgesprächen, Workshops und Expertenwissen. Wer Interesse hat, kostenlos an dem Projekt teilzunehmen, kann sich an Projektleiterin Astrid Stehmeier wenden unter Tel: 0421-376671-2, E-Mail: stehmeier@energiekonsens.de.

Über Green Nudging

Green Nudging ist ein gemeinsames Projekt von energiekonsens, ConPolicy – Institut für Verbraucherpolitik in Berlin, der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis (KliBA) und der Sächsischen Energieagentur (SAENA). An der Pilotphase haben folgende Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven teilgenommen: abat, AOK Bremen / Bremerhaven, Atlantic Hotel City Sail, BLG, Deutsche See, GFG / Gruppe für Gestaltung, Kleintierklinik Bremen und Sonnentracht. Am Roll-Out beteiligen sich im Land Bremen bislang: AWO Bremerhaven, Gruppe GME und die Sparkasse Bremen. Das Projekt wird gefördert vom Bundesumweltministerium im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI). Weitere Informationen unter zum Projekt finden Sie unter: www.green-nudging.de

Förderlogo Nationale Klimaschutzinitiative


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