Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
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Freizeit/Erleben in Bremerhaven, GREEN CITY, GREEN ENERGY, Netzwerken, Wasserstoff

Die Seestadt soll grüne Destination werden

Nachhaltiger Tourismus – eine Wachstumsbranche auch in Bremerhaven

Der Tourismus gehört weltweit zu den Wachstumsbranchen. Vor allem nachhaltiges Reisen gewinnt zunehmend an Bedeutung. Weil Klimawandel und Tourismus eng miteinander verknüpft sind, arbeiten Destinationen aus ganz Europa bereits seit 2018 gemeinsam in dem Projekt Desti Smart.

Das Projekt Desti Smart

Mit Griechenland, Italien, Portugal, Großbritannien, Spanien, Lettland, Ungarn, Zypern und Deutschland sind insgesamt neun Länder unter dem Dach von Desti-Smart vereint. Regionen und touristische Anziehungspunkte wie Mallorca, Sardinien oder Thessaloniki sind mit dabei. Gemeinsam wollen sie Strategien für eine verbesserte, ökologisch und wirtschaftlich nachhaltige Verkehrs- und Tourismuspolitik vorantreiben, die den CO2-Ausstoß spürbar reduziert. Für Deutschland ist Bremerhaven mit der Erlebnis Bremerhaven GmbH vertreten. Stakeholder sind unter anderem der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, die Handelskammer Bremen – IHK für Bremen und Bremerhaven, die Hochschule Bremerhaven, das Klimastadtbüro, das Deutsche Auswandererhaus, das Referat für Wirtschaft, der Senator für Wirtschaft, das Stadtplanungsamt, Bremerhaven Bus, der Verein H2BX e.V. sowie die BIS GmbH als Wirtschaftsförderung. Die Abkürzung Desti-Smart steht übrigens für Delivering Efficient Sustainable Tourism with low-carbon transport Innovations: Sustainable Mobility, Accessibility and Responsible Travel

Nachhaltiger Tourismus in Bremerhaven

„Desti-Smart hat vier wesentliche Ziele“, erklärt die Projektverantwortliche Franziska Stenzel von der Tourismusgesellschaft Erlebnis Bremerhaven. „Effizienter, umweltschonender Tourismus mit kohlenstoffarmen Verkehrsinnovationen, nachhaltige Mobilität, Barrierefreiheit sowie verantwortungsbewusstes Reisen. Wichtig ist zudem, den begehrten Touristenregionen einen Übergang zu kohlenstoffarmer Wirtschaft durch den Einsatz neuer Technologien zu ermöglichen“, so Stenzel. Das EU-Projekt läuft insgesamt viereinhalb Jahre bis Ende 2022 und hat ein Fördervolumen von 1,92 Millionen Euro.

Im Rahmen des Desti-Smart Projektes hat bereits eine interregionale Konferenz der Projektpartner und Stakeholder in Bremerhaven stattgefunden. Neben der Anschaffung von Rollstuhlfahrrädern und der Konzeption einer Tour des Klimas soll auch spezielle Werbung für „nachhaltige“ Besucher umgesetzt werden, damit der barrierefreie Tourismus weiter vorangetrieben wird. Um all diese Pläne erfolgreich umzusetzen und damit zum Erreichen der EU2020‐Ziele zum nachhaltigen Tourismus beizutragen, zielt das Projekt Desti-Smart auch auf politisches Lernen und Kompetenzentwicklung im Bereich der Behörden ab. Stakeholder werden eingebunden, Bewohner gehört und Aktionspläne umgesetzt.

Hoffnungsträger Wasserstoff

In Bremerhaven machen sich die Verantwortlichen bereits konkrete Gedanken um die Weiterentwicklung der Stadt als kohlenstoffarmes Reiseziel: Perspektivisch soll das Thema Wasserstoffenergie für Touristen erlebbar gemacht werden. Dies im Rahmen einer „Klima-Tour“, gerne mit wasserstoffbetriebenen Fahrrädern, aber die Anschaffungskosten sind hoch und noch nicht gesichert. Solche H2-Fahrräder sollen zunächst in Bremerhaven für geführte Touren, perspektivisch aber auch für Unternehmungen bis nach Cuxhaven angeboten werden.

Pandemiebedingt haben sich die Bewegungsmuster deutlich verändert. Fahrradfahren hat einen Boom erlebt und spielt auch im Tourismus eine immer wichtigere Rolle. Dabei haben sich E-Bikes inzwischen etabliert. Noch nicht bekannt sind dagegen H2-Fahrräder, die über Kartuschen befüllt, eine vergleichbare Reichweite erreichen. „Betankt“ werden könnten die Fahrräder an einer „H2-Bike-Tankstelle“.

Leuchtturmcharakter

Das Projekt Desti-Smart möchte den grünen Wasserstoff einem breiten Publikum nahebringen und – touristisch attraktiv – Aufklärungsarbeit und Bewusstseinsbildung für alternative Formen der Mobilität leisten. Die Planungen gehen dahin, die „Tour des Klimas“ am „Klimahaus® Bremerhaven 8° Ost“ zu starten und dort mit dem Besuch der Ausstellung „Klimawandel und Zukunftsperspektiven“ (Arbeitstitel), die Mitte 2022 eröffnet wird, auch enden zu lassen. Neben dem informativen Teil sollen über die Nutzung der H2-Fahrräder hinaus, wenn möglich, auch weitere neue Formen der kohlenstoffarmen Mobilität, z. B. Hybrid-Busse oder Hybrid-Fähren, durch die Nutzung direkt erlebbar gemacht werden. Fester Bestandteil der Tour soll auch das geplante Besucherzentrum des Elektrolyseur-Testfelds werden, in dem den Besuchenden die Produktion von Wasserstoff erläutert werden soll. Die „Tour des Klimas“ fügt sich damit u.a. in das erklärte Ziel des Landes ein, Bremerhaven zum „Kompetenzzentrum Wasserstoff“ zu entwickeln und hätte bundesweit Leuchtturmcharakter.

Netzwerke entstehen

Für die Seestadt bietet die Teilnahme an dem EU-Projekt nicht nur gute Zukunftsaussichten. Sehr schnelle, weitreichende und positive Effekte werden durch die Beteiligung an transnationalen Projekten wie Desti-Smart auf lokaler und regionaler, aber auch auf internationaler Ebene erzeugt. „Durch die Einbindung der Stakeholder erreichen wir eine stärkere Vernetzung am Standort“, freut sich Franziska Stenzel. „Mit unserer Teilnahme an Desti-Smart machen wir Bremerhaven als maritim geprägtes Reiseziel und attraktiven Wirtschaftsstandort auch auf europäischer Ebene bekannt. Innerhalb der neun Partnerregionen ist bereits ein Netzwerk entstanden und wir hoffen auf künftige Kooperationen und natürlich auch auf Folgeprojekte“, so die Projektverantwortliche.

Nur im Zusammenspiel geht es in Zukunft, in Europa und in der Region. Gemeinsam gehen die Destinationen den Weg zu mehr Nachhaltigkeit und überzeugen ihre Gäste tagtäglich davon, dass Umweltschutz und Urlaubsfreuden keine Gegensätze sein müssen.

Mehr Informationen unter

https://www.interregeurope.eu

https://www.bremerhaven.de

 

 


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