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Auch im Fischereihafen kann CO2 einem Kreislauf zugeführt werden

Foto: Scheer

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CO2 wiederverwerten?

ttz Bremerhaven sucht nach Möglichkeiten für mehr Klimaschutz im Unternehmen

Einigkeit herrscht darüber, dass CO2 reduziert werden muss, um den Klimawandel zu begrenzen. Ein Ansatz ist die Sammlung von CO2, um dieses dann unter Zugabe von Wasserstoff in synthetisches Methan umzuwandeln. Wird der benötigte Wasserstoff aus erneuerbaren Energien (z.B. Windenergie) erzeugt („grüner Wasserstoff“), kann mit dem synthetischen Methan ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden. Denkt man weiter, stellt sich die Frage, ob nicht auch synthetisches Methan ein alternativer Energieträger sein könnte.

Die BIS Wirtschaftsförderung hat vor diesem Hintergrund das ttz Bremerhaven mit einer entsprechenden Studie beauftragt. Ziel der Studie war es, Unternehmen in Bremerhaven mit hohen CO2 Ausstoßmengen zunächst zu identifizieren und in einem weiteren Schritt die lokale CO2-Erfassbarkeit (CO2-Adsorption) zu prüfen. Anschließend sollte untersucht werden, ob die Unternehmen das CO2 einem Kreislauf zuführen können, so dass ein Beitrag zur CO2 Neutralität geleistet wird.

Insgesamt wurden 29 Unternehmen angeschrieben, bei denen ein nennenswerter CO2 Ausstoß zu erwarten ist. Die Rücklaufquote von rund 65 % zeigt, dass auch bei den Unternehmen ein großes Interesse an der der Studie zugrunde liegendem Fragestellung besteht.

Die Untersuchung des ttz ergab, dass die CO2 Emissionen der teilnehmenden Unternehmen in den meisten Fällen sehr gut erfasst werden können, beispielsweise mit einem System, das derzeit am ttz entwickelt wird. Sobald das System im Demonstrationsmaßstab betrieben werden kann, könnte es bei den geeigneten Unternehmen zu Testläufen eingesetzt werden.

Aktuell können mit ausgewählten mineralischen Sorptionsmitteln ca. 200 g CO2 pro kg Sorptionsmittel bei 80 °C und 5 bar reversibel gebunden werden. Auch die Anwendung des Verfahrens muss noch in weiteren Schritten untersucht und die Vorschriften zum Scale-up erarbeitet werden. Ein Ansatzpunkt sind handliche Adsorptionskartuschen, welche bei Sättigung vor Ort getauscht und anschließend wieder entladen werden könnten. Solche Kartuschen könnten nachträglich, bei passenden Prozessbedingungen, gemeinsam mit einem geeigneten Verdichter in die Abgaseinrichtung integriert werden.

Ein weiterer Untersuchungsschwerpunkt der Studie war die Prüfung der Möglichkeiten zum Einsatz von synthetischem Erdgas bei den betrachteten Unternehmen. Der Fragebogen hat die verwendeten Energieträger und ihren Verbrauch in den Unternehmen abgefragt. Die Studie hat ergeben, dass 82 % des emittierten CO2 dem Energieträger Erdgas zugrunde liegen. Erdgas lässt sich im Vergleich zu flüssigen Energieträgern wie Diesel und Heizöl ohne jegliche Umrüstung durch synthetisches Gas ersetzen. Bei dem Einsatz von synthetisch hergestelltem Gas ließen sich die CO2 Emissionen pro kWh fossilem Erdgas um bis zu 202 g senken. Kommt ein 100 prozentiges CO2 Recycling und die Nutzung von „grünem Strom“ hinzu, kann dann von einer „CO2-Neutralität“ gesprochen werden.

Die Studie wird zu einem geeigneten Zeitpunkt öffentlich vorgestellt.

 


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