Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Best Practices aus der Wirtschaft, Freizeit/Erleben in Bremerhaven, Klimaschutz, Nachhaltigkeit

Zu Gast bei Klimaschützern

Wer im havenhostel Bremerhaven logiert, der erlebt selbst: Nachhaltigkeit und Komfort schließen sich keineswegs aus. 

Übernachten mit Blick auf den Hafen und vorbeiziehende „Pötte“: Das bietet das havenhostel Bremerhaven seinen Gästen – darunter Touristen, Geschäftsleute, Tagungsteilnehmer, Schulklassen und Jugendgruppen. Ihr Aufenthalt ist noch dazu fast klimaneutral, denn: Das historische Gebäude, in dem das Hotel 2010 eröffnete, wurde vom Betreiber von Grund auf renoviert – und zwar nicht nur unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes, sondern auch nach ökologischen Gesichtspunkten. Die dicken Wände – 1924 gemauert – wurden mit Einblasdämmung auf ein energetisch vorbildliches Niveau gebracht. Mehrere Blockheizkraftwerke (BHKW) wurden als Heizsystem installiert, mit dem das havenhostel Bremerhaven seinerzeit zu den grünen Vorreitern in der Hotellerie-Branche gehörte. Über das System der Kraft-Wärme-Koppelung werden jährlich rund 50.000 Kilowattstunden Strom umweltfreundlich erzeugt. „Dadurch haben wir die CO2-Emissionen, die von unserem Hotel ausgehen, deutlich minimiert. Zudem machen wir uns mit dem BHKW unabhängig von externen Energieerzeugern, was auch ökonomisch sinnvoll ist“, erklärt Jens Grotelüschen, Geschäftsführer des Unternehmens.

Schritt für Schritt wurden aber auch weitere Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und Ressourcenschonung im havenhostel Bremerhaven umgesetzt: Durch einen hydraulischen Abgleich der Heizungsventile konnte zum Beispiel die Verteilung des Wassers in den Heizkörpern zur Verhinderung von Wärmeverlusten im Haus optimiert werden. Sämtliche Bäder in den 88 Zimmern der ehemaligen Marine-Kaserne erhielten wassersparende Armaturen. Und auch ein Umstieg auf energieeffiziente LED-Leuchten im gesamten Gebäude ist erfolgt.

Mit moderner Technik nahezu energieautark

„Wenn es um Umwelt- und Klimaschutz geht, denken wir gern ein wenig weiter“, sagt Jens Grotelüschen. Genau das zeigt sich nun bei der Errichtung eines Neubaus als Erweiterung des Hotels. Darin entstehen 82 „havenstudios“, die nach einem innovativen Konzept nachhaltig mit Energie versorgt werden. Im Zuge dessen wurden die Blockheizkraftwerke um ein weiteres nachhaltiges Heizsystem erweitert, so dass dann voraussichtlich alle Gebäude des Unternehmens ihren Bedarf an Strom über Kraft-Wärme-Kopplung abdecken. Eine Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Staffelgeschosses mit einer Leistung von etwa 30.000 Kilowattstunden im Jahr produziert zukünftig zusätzlich saubere Energie. Deren Überschuss soll fast vollständig in einen Batterie- und Wärmespeicher eingespeist werden „Damit wird es uns möglich, nahezu energieautark zu wirtschaften“, betont Jens Grotelüschen. Für die Be- und Entlüftung sowie eine natürliche Klimatisierung erhält das geplante Haus eine sogenannte „Betonkernaktivierung mit E-Chiller“. Dabei handelt es sich um eine moderne Kühltechnologie, die Wasser als Kältemittel in einem geschlossenen Kreislauf führt und auf diesem Weg ökologisch sowie emissionsfrei arbeitet. Über seine Erfahrungen mit Umwelt- und Klimaschutzmaßnahmen tauscht sich Jens Grotelüschen als aktives Mitglied der „Partnerschaft Umwelt Unternehmen“ regelmäßig mit Vertretern anderer Unternehmen aus – auch im Rahmen von Kooperationen etwa mit dem Klimahaus und dem Alfred-Wegener-Institut: „Darüber haben wir schon viele Anregungen für unsere Arbeit erhalten!“


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