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WINDFORCE 2019

Foto: Scheer

Erneuerbare Energien, Netzwerken

WINDFORCE Bremerhaven

Bremer Erklärung sendete dringliche Handlungsaufforderung an die Berliner Politik

Bremerhaven war wieder einmal Schauplatz der nationalen und internationalen Offshore-Industrie. Bereits zum 15. Mal kam die Branche vom 21. bis zum 22. Mai 2019 zur WINDFORCE Conference zusammen. Mithilfe der Bremer Erklärung sendete der Organisator WAB eine dringliche Handlungsaufforderung an die Berliner Politik und insbesondere an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, der dieser Tage die Nationale Maritime Konferenz in Friedrichshafen besuchte. Kernforderung der Erklärung: Der Ausbaupfad für die Offshore-Windindustrie muss zwingend auf 35 Gigawatt (GW) bis zum Jahr 2035 erhöht werden. Zudem forderte WAB-Geschäftsführer Andreas Wellbrock in seiner Begrüßungsrede die kurzfristige Festlegung eines Sonderbeitrages von mindestens 1,5 GW.

Im Rahmen der Eröffnung wurde die am 16. März veröffentlichte Bremer Erklärung durch die anwesenden politischen Vertreter*innen an Dr. Christoph Reichle, Ministerialdirigent im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, übergeben. Trotz des andauernden Wahlkampfes in Bremen haben sich die Parteien von SPD, CDU, Bündnis 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKE und FDP auf die Bremer Erklärung geeinigt. Sie fordern darin, dass der Ausbau der Windenergie stärker vorangetrieben werden muss, indem der Deckel mit sofortiger Wirkung aufgehoben wird. Zudem ergänzte WAB-Geschäftsführer Andreas Wellbrock in seiner Begrüßungsrede auf der WINDFORCE 2019: „Die Bundesregierung muss jetzt neben der Erhöhung des Offshore-Ausbaupfades auf 35 GW bis zum Jahr 2035 den im Koalitionsvertrag vereinbarten Sonderbeitrag von mindestens 1,5 GW kurzfristig auf den Weg bringen. Wir haben freie Konverterkapazitäten, die sofort nutzbar sind. Der Sonderbeitrag wäre das von der Branche so dringend benötigte Signal.“

Ein Schulterschluss aus den Verbänden Stiftung OFFSHORE-WINDENERGIE, BWE, AGOW, EEHH, EESH, WEN, und der WAB sowie den norddeutschen Energie- und Wirtschaftsministern und der IG Metall Küste hatte bereits im September 2018 auf der Messe WindEnergy in Hamburg vor den schwerwiegenden Folgen des Ausbaudeckels gewarnt. Ein Jahr zuvor, im September 2017, hatten die Energie-, Umwelt- und Wirtschaftsminister der fünf Küstenländer im Cuxhavener Appell 2.0 gemeinsam mit den Verbänden der Offshore-Windbranche und der IG Metall Küste gefordert, den bis heute bestehenden Ausbaudeckel für das Jahr 2030 von 15 GW auf mindestens 20 GW anzuheben.

Außerdem mahnte die WAB-Vorstandsvorsitzende Irina Lucke: „Die Situation ist dramatisch. In den Jahren 2020, 2021 und 2022 wird es keinen Zubau geben. Zahlreiche Firmen melden Insolvenz an, wertvolles Fachpersonal wandert in andere Märkte ab. Deswegen ist ein politisches Signal in Form eines Sonderbeitrages und die Anhebung der Ausbauziele auf 35 GW zum jetzigen Zeitpunkt überfällig. Dieser Sonderbeitrag wäre ein klares Bekenntnis zur Offshore-Windkraft.“

Mit etwa 200 Gästen aus dem gesamten Bundesgebiet und darüber hinaus diskutierten Experten über die Energiewende in nationaler und europäischer Perspektive. Dr. Hannah König, Leiterin Wind und Maritime Technik bei EnBW Energie Baden-Württemberg, betonte: „Das Großprojekt Energiewende braucht einen ganzheitlichen, verlässlichen Rahmen statt vieler regulatorischer Einzelmaßnahmen. Die Einführung eines CO2-Preises ist hier ein ebenso einfacher wie wirkungsvoller Hebel.“

Mit insgesamt zwölf Sessions deckte die Veranstaltung alle aktuellen Branchenthemen ab, darunter innovative Entwicklungen wie schwimmende Fundamente, Internationalisierung, Sektorenkopplung oder die windenergiebasierende Produktion von Wasserstoff. Außerdem konnten sich die Teilnehmenden beispielsweise anhand eines Brennstoffzellen-Autos von konkreten Anwendungen überzeugen.


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