Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Foto: www.weserfaehre.de

Best Practices aus der Wirtschaft, Klimaschutz

Sauberer Diesel für die Weserfähre

„Nordenham“ bunkert erstmals verflüssigtes Erdgas – Feinstaub-Emission wird um die Hälfte reduziert

Die Weserfähre GmbH, Rechtsnachfolgerin der 1910 in Bremerhaven gegründeten Weserschiffsgesellschaft mbH, ist die älteste aktive Reederei in Bremerhaven. Mit ihren Fähren „Bremerhaven“ und „Nordenham“ werden täglich über 2.300 Passagiere und 700 Fahrzeuge über die Weser transportiert. Ab sofort fährt die „Nordenham“ mit dem aus Erdgas gewonnenen Treibstoff „Gas-to-liquid fuel“ (GTL)“ – ohne Schwefel und nahezu rußfrei. GTL soll den Ausstoß von Feinstaub um 50 Prozent gegenüber herkömmlichem Diesel reduzieren.

GTL wird aus Erdgas gewonnen und unter hohem Druck und hoher Temperatur und Einsatz von Katalysatoren zu synthetischem Diesel verflüssigt. Entwickelt wurde das Verfahren von den deutschen Chemikern Franz Fischer und Hans Tropsch in den 1920er Jahren. Dadurch, dass Rohöl in ausreichender Menge zur Verfügung steht, ist die Herstellung von Diesel und Benzin in großen Raffinerien zwar billiger als die aufwendige Erdgas-Verflüssigung. Mit der Diskussion über die Umweltbilanz der Schifffahrt jedoch rückt der synthetische Diesel wieder in den Blickpunkt, denn Erdgas als Grundstoff von GTL ist sauberer als Rohöl und gilt als umweltfreundlicher Diesel-Ersatz – ohne Umrüstungen. Allerdings steigt der Verbrauch um drei bis zehn Prozent.

Für die Klimabilanz soll der synthetische Diesel wenig bringen: Erdgas ist genau wie Erdöl ein fossiler Energieträger und erzeugt bei der Verbrennung das Treibhausgas CO2. Dazu kommt der Energieaufwand für die Verflüssigung des Erdgases. Außerdem ist der „neue“ Diesel  teurer. Die höheren Kosten sollen durch einen geringeren Wartungsaufwand ausgeglichen werden. Das soll nun von der Weserfähre getestet werden.


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