Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Vereint die Interessen von Umwelt, Mensch und Wirtschaft: das Green Economy Gewerbegebiet Lune-Delta
Best Practices aus der Wirtschaft, Energieeffizienz, Klimaschutz, Materialeffizienz, Naturschutz

Nachhaltig für Umwelt, Mensch und Wirtschaft: Grünes Gewerbegebiet Lune Delta geht in die Planungsphase

Umweltverträgliches Arbeiten in einem naturnahen Küstenareal – das ist die Idee hinter dem geplanten Gewerbegebiet auf der Luneplate, dem Lune Delta. Das innovative Konzept vereint zukunftsweisende Bauweisen und -materialien mit nachhaltiger Energie- und Wasserwirtschaft sowie traditionell gewachsener Landschafts-Gestaltung. Die konkrete Planung für das einzigartige Vorhaben hat nun begonnen. Die beteiligten Firmen, Landschaftsarchitekten und Bietergemeinschaften haben sich erstmals gemeinsam in Bremerhaven getroffen, um das Green Economy Projekt auf den Weg zu bringen.

Insgesamt 150 Hektar Gesamtfläche bietet das grüne Gewerbegebiet Lune Delta. Die direkte Lage an der Weser hinter dem Deich hat die Planer zu einer außergewöhnlichen Idee inspiriert. Die zukünftigen Gebäude im Gewerbegebiet Lune Delta sollen auf Warften stehen – aufgesandete Hügel, die in der Tradition der Küste früher als erhöhte Wohnstandorte für den Hochwasserschutz gebaut wurden. Heute dient diese Aufsandung vor allem zur Bauvorbereitung des Standortes.

Die ehemalige Aufgabe der alten Warften stellt sich angesichts des gut neun Meter hohen Deiches in Richtung Weser heutzutage nicht mehr. Allerdings beziehen die Planer das Element Wasser in den Bau des grünen Gewerbegebietes intensiv mit ein. Zwischen den unterschiedlich großen Warften ergeben Grabensysteme ein ökologisch wertvolles Wassernetz. Ein Seitenarm des Flusses Lune wird den Kanal speisen, der sich elegant und verbindend durch das Wirtschaftsareal zieht und der Entwässerung dient.

„Unser Grundsatz ist, dieses Gewerbegebiet in die Natur zu integrieren und nicht anders herum“, sagt Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH. Darauf sind nicht nur der Verlauf und die Form des großzügigen Wasserlaufes mit kleinen Inseln und abgeflachten Uferbereichen angelegt. „Wir führen aktuell eine großangelegte Erfassung der Tier- und Pflanzenbestände auf der Luneplate durch, um die entsprechende Kompensation zu gewährleisten.“

Diese Maßnahmen sind auch Teil des Gesamtkonzeptes im Rahmen der baulichen Ansprüche. Die Kriterien der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen (DGNB) fließen von Beginn an in die Planungen ein. „Wir wollen mit dem Gewerbegebiet die hohen Anforderungen für eine Gesamtzertifizierung der DGNB mit der Auszeichnung Gold erreichen“, so Schnorrenberger. Dazu gehören neben der Biodiversität, die Versorgung mit erneuerbaren Energien sowie eine integrierte Wasserbewirtschaftung. Der gesamte Entwicklungs- und Bauprozess wird von der DGNB begleitet. Die Zertifizierungen erfolgen in Einzelschritten und münden in einer Gesamtbewertung. Begutachtet werden Bereiche wie Planung, Erschließung oder auch Ausgestaltung des Gewerbegebietes.

„Die jetzige Planungsphase dient vor allem dazu, die Planung zu detaillieren und den Kostenrahmen für das Projekt Gewerbegebiet Lune Delta zu ermitteln“, sagt Ute Bartels, Projektleiterin bei der BIS. Die jetzt angelaufene Zusammenarbeit zwischen den Firmen und Büros, die den Auftrag für die Planungen des Gewerbegebietes bekommen haben, soll den notwendigen Investitionsbedarf ermitteln. Erst dann werden die weiteren Ausbauschritte eingeleitet. Insgesamt sind fünf verschiedene Bieter und Bietergemeinschaften aus dem norddeutschen Raum an dem Projekt beteiligt.

„Es geht zunächst um die Erschließung für das neue Gewerbegebiet und die Aufsandung der Warften. Wir haben neben Straßen, Wegen und Radwegen durch den hohen Natur- und Wasseranteil auch viele Brücken als Zuwegung, die wir berücksichtigen müssen“, erklärt Ute Bartels. Der Gesamtanteil der Park- und Grünflächen an der 150 Hektar großen Gewerbefläche liegt bei rund 50 Hektar. Der Natur- und Freizeitwert spielt im Konzept des Gewerbegebietes Lune Delta eine große Rolle. „Die Flächen sind sowohl für die Beschäftigten der Unternehmen gedacht, als auch für die Bevölkerung. Das Projekt Lune Delta ist nicht wie herkömmliche Gewerbegebiete isoliert, sondern bezieht das komplette Umfeld mit ein“, sagt Ute Bartels. Durch die Wasseranbindung an den Fluss Lune sollen sogar Kanu-Touren durch das Unternehmens-Areal möglich werden.

Das grüne Gewerbegebiet Lune Delta zeichnet sich auch durch die Berücksichtigung sozialer Aspekte aus. Auch ein Gründerzentrum soll am Eingangsbereich zum zukünftigen Gewerbegebiet entstehen. Hier wird es dann auch den ersten Spatenstich geben, sobald die Baumittel beantragt und genehmigt sind. Nils Schnorrenberger: „Wir rechnen damit, dass wir bis Ende des Jahres mit den Planungen fertig sind. Die Baumittel sollen 2020 beantragt werden. Dann geht es sofort los mit dem Gewerbegebiet Lune Delta, einem bundesweit einzigartigen Meilenstein für die Green Economy.“

 


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