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„Etwas für die Enkel tun“ – Bremerhavener Fahrdienst setzt sich mit ökologischer Autoflotte für die Umwelt ein

Er ist Klimabotschafter der Stadt Bremerhaven, wurde vom Bremer Umweltsenator ausgezeichnet und vom ADAC als erster norddeutscher Eco-Taxiunternehmer prämiert. Michael Lorenz könnte sich auf die Anerkennung seines Einsatzes für die Umwelt etwas einbilden. Tut er aber nicht. Stattdessen baut der Taxi-Unternehmer seine Firma weiter im Sinne der Umwelt aus und setzt dabei auf umweltfreundliche Technologien: „Wir müssen etwas den Schutz unseres Planeten tun und damit auch etwas für unsere Enkel.“

Der 52-jährige ist wie ein Umweltaktivist – nur ohne Mitgliedsausweis. Wenn Michael Lorenz über die Vorteile der Elektromobilität spricht, sieht man ihm an, dass es ihm damit ernst ist. Dabei hat er selbst mit einem Verbrennungsmotor den Beginn seiner Karriere als mittelständischer Unternehmer gestartet. „Das war der Wagen meines Großvaters. Er war als Taxifahrer selbstständig und ich habe bei ihm während meines Zivildienstes ausgeholfen.“ Das war 1992.

Als er anschließend das Unternehmen des Großvaters übernahm, hätte er sich nicht träumen lassen, was er daraus einmal machen würde. „Meine Frau Manuela und ich haben gleich gedacht, man müsste auch einen fahrbaren Untersatz ohne Abgase anbieten.“ Die Lösung: So genannte „Conference-Bikes“ – ein komplett rund gebauter Rahmen mit sieben Plätzen drum herum, auf denen die Mitfahrer kräftig strampeln und so wie auf einem Fahrrad vorwärts kommen. Eben als Gruppe und vor allem umweltfreundlich.

Das Aufkommen der Elektromobilität war für Michael Lorenz wie ein Signal. Als erster in der Region schaffte er Segways an. Die fahrbaren Ein-Mann-Geräte aus den USA wurden der Renner im privaten Vermietungsbereich. Ein Elektro-Roller, ein Elektro-Motorrad, das erste Elektroauto – was immer auch auf den Markt kam: Michael Lorenz hat es angeschafft und eingesetzt. Wenn man ihm einen Stift und einen Zettel in die Hand drückt, fängt er sofort an, einem die Energiebilanz von Verbrennungskraftstoff und von Elektroautos vorzurechnen.

Kein Wunder also, dass der Unternehmer nach immer neuen umweltfreundlichen Möglichkeiten gesucht hat. Gasantrieb, Hybrid-Fahrzeuge – was immer auch geht, ersetzt im Fahrzeugpark die Verbrennungsmotoren. Mittlerweise ist die Anzahl der Fahrzeuge im Vergleich zum Ein-Auto-Betrieb im Jahr 1992 leicht gewachsen. 140 Mitarbeiter und 70 Fahrzeuge. „Natürlich können wir noch nicht alles auf umweltfreundlichen Antrieb umstellen, weil das Angebot nicht vorhanden ist“, bedauert Michael Lorenz. So seien noch einige 9-Sitz-Busse mit Dieselmotoren im Gebrauch. „Aber mehr als 75 Prozent der Taxen fahren bei uns bereits umweltfreundlich“, sagt der Unternehmer stolz.

Mit dem Kauf von zwei Tesla-Elektroautos hat er sich einen Traum erfüllt. Die Wagen haben inzwischen 110.000 Kilometer und 45.000 Kilometer runter. Sie werden vor allem für Langstreckenfahrten als Mietwagen eingesetzt. „Die Reichweite mit einer Batterieladung liegt bei bis zu 400 Kilometern“, erklärt Lorenz. „Andere Elektroautos sind mehr für den regionalen Einsatz gedacht.“ Dass der Umstieg vom Verbrennungsmotor auf den Elektroantrieb in der Wirtschaft möglich ist, sieht er mit seinem Unternehmen bestätigt.

„Nur die Infrastruktur mit den Ladesäulen muss unbedingt ausgebaut werden“, so seine Forderung. Zwar würden die meisten Leute ihre Elektroautos über Nacht zu Hause aufladen – aber mal eben während des Einkaufens der Autobatterie eine halbe Stunde lang auf dem Supermarktparkplatz „neuen Saft“ zu geben, sei eine wichtige und gute Alternative. Er selbst wird jetzt vor seinem Unternehmen in der Elbestraße gemeinsam mit swb eine solche Ladesäule aufstellen. „Die ist aber selbstverständlich öffentlich und nicht nur für unsere Fahrzeuge“, betont er.

Damit ist die ökologische Entwicklung bei Fahrdienst Lorenz aber noch längst nicht vorbei. „Ich habe uns das neue Modell von Tesla in den USA bestellt. Der Wagen soll bis Ende 2018 geliefert werden und wird mit seiner Ausstattung der EU-Norm für Fahrgastbetriebe entsprechen – von der Farbe bis zum Taxameter. Damit bringen wir dann das erste Elektrotaxi Bremerhavens an den Start.“

 


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