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Ökologisch und gesund: Frosta AG setzt als Lebensmittel-Pionier innovative Standards

Als die Bremerhavener Frosta AG im Jahr 2003 verkündete, dass ihre Tiefkühlprodukte zukünftig keine Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe mehr enthalten, setzte sie damit bundesweit einen Meilenstein in der Entwicklung nachhaltiger Lebensmittel. Die Fachleute der Branche waren skeptisch. Die Verbraucher waren gespannt bis zurückhaltend. Im Ergebnis fiel der Firmenumsatz durch die neue Lebensmittel-Strategie zunächst ins Bodenlose. Doch das Umdenken und der Einsatz haben sich gelohnt. Heute steht die Frosta AG als Vorreiter der nachhaltigen und gesunden Tiefkühlkost besser da als je zuvor.

Ökologisches Denken und Verbraucherakzeptanz – diese Mischung hat nicht nur zu einem wirtschaftlichen Erfolg bei Frosta geführt. In dem Unternehmen mit Sitz im Fischereihafen wird seit mehr als zehn Jahren ständig wieder umgedacht und daran gearbeitet, die Umweltbilanz der Produkte weiter zu verbessern. Nach dem Verzicht auf Geschmacksverstärker und andere Zusatzstoffe in den Produkten, weitete sich der Umweltgedanke aus. Seit mehreren Jahren dokumentiert die Frosta AG im Internet, wie viel klimaschädliches Kohlendioxid durch die Herstellung der einzelnen Produkte entsteht: der sogenannte „Co2-Abdruck“ als ökologische Information für den Verbraucher. Unterstützt wurde dieses Projekt mit Geldern des Landes Bremen durch die BIS-Wirtschaftsförderung.

Die positive Resonanz beim Verbraucher war mehr als ein Ansporn, um in Sachen Green Economy noch weiter zu gehen. „Wir haben im Jahr 2015 damit begonnen, die Herkunft der Zutaten auf die Verpackungen zu drucken“, erklärt Hinnerk Ehlers, Marketing-Vorstand bei Frosta. „Dadurch ist der Verbraucher komplett darüber informiert, woher das Lebensmittel stammt und kann sich entscheiden, ob er das Produkt kaufen will.“

Doch trotz der guten Absicht tat sich schnell ein Problem auf: Ändert sich plötzlich der Zulieferer, lässt sich das auf den gedruckten Tüten während der Produktion nicht schnell genug ändern.  „Wir haben daran gearbeitet und eine Lösung gefunden“, sagt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Jürgen Marggraf. „Mit einem neuartigen Druckverfahren bringen wir nun tagesaktuell die Zulieferer und Herkunftsländer direkt in der Produktion auf die Verpackungen auf. Sollte sich etwas ändern, wird es sofort aktualisiert.“ Zwei Jahre Entwicklungsarbeit und 400.000 Euro hat die Neuerung das Unternehmen gekostet.

Und wo die Frosta-Experten sich schon Gedanken über den Aufdruck gemacht haben, stand dann auch die gesamte Verpackung auf dem Prüfstand. „Wir haben ja bereits beim beliebten Schlemmerfilet die Aluminium-Schale komplett ersetzt und verwenden dafür eine umweltfreundliche Pappschachtel“, erläutert Hinnerk Ehlers. Damit habe sich die Frage ergeben, ob sich zugunsten der Umwelt nicht auch etwas an den Kunststoff-Verpackungen der anderen Tiefkühl-Fertigprodukte ändern lasse. „Solche Tüten sind traditionell sehr bunt bedruckt. Ziel ist natürlich, dass der Käufer davon angesprochen wird. Wir haben uns gefragt: Muss das wirklich sein?“ Das Ergebnis: Frosta ist auf ein neues Packungsdesign mit weniger Druckfarbe umgestiegen, um die Umwelt zu schonen. Noch dazu wird umweltfreundliche, wasserlösliche Druckfarbe verwendet.

Parallel wurde das Packungsmaterial ebenfalls geändert. Statt aus dem vorherigen Kunststoff-Mix, werden die Tüten für die Frosta-Produkte nun ausschließlich aus Polyproylen (PP) hergestellt. Dadurch wird weniger Material bei der Verpackungsproduktion verbraucht und das sortenreine Plastik lässt sich besser recyceln.

Damit ist der umweltfreundliche Produktionsweg bei Frosta aber noch längst nicht zu Ende. Das Unternehmen kauft nicht etwa alle seine Zutaten bei externen Händlern ein. Stattdessen wird der Anbau von eigenem Bio-Gemüse vorangetrieben. Tatsächlich besitzt die Frosta AG selber Gemüsefelder. Dort werden im Freiland Zutaten wie Basilikum, Spinat, Karotten oder Bohnen angebaut, die mit steigendem Anteil bio-zertifiziert sind.

Wer so tief in die Öko-Landwirtschaft einsteigt, braucht natürlich eigene Erntemaschinen. Und – wen wundert´s: Frosta hat welche und baut diesen Fuhrpark aktuell aus. Gerade wurden zwei neue Erntemaschinen bestellt. Der Stückpreis auf dem Weg zu einer noch besseren Umwelt-Bilanz: eine Million Euro.

Die Frosta AG hat rund 1660 Mitarbeiter. Davon sind gut 900 im Bremerhaven Werk beschäftigt. Der Jahresumsatz im Jahr 2016 lag bei 466 Millionen Euro. Das ist ein Plus von 5,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Unternehmen verzeichnet weiterhin einen starken Zuwachs. Im Jahr 2016 kauften rund 2,3 Millionen Haushalte als Erstkäufer erstmals ein Frosta-Produkt.

 

 

 

 

 

 

 

 


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