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Best Practices aus der Wirtschaft, Cradle to Cradle, Energieeffizienz, Nachhaltig Bauen, Naturschutz

Auf leisen Rädern zum „GreenPark“ nach Venlo

– einem Vorbild für das geplante nachhaltige Gewerbegebiet in Bremerhaven?

Abfallfreie Wirtschaft, essbare Verpackungen, schadstofffreie Produkte – eine Vision für Träumer? Keinesfalls: Die niederländische Stadt Venlo gilt weltweit als Vorreiterin, wenn es um die Umsetzung des sogenannten „Cradle-to-Cradle“-Konzeptes (C2C) geht. Erstmalig organisiert die Stadtverwaltung dort von Oktober 2016 bis Oktober 2017 ein C2C-Jahr, dessen Höhepunkt ein dreitägiger Kongress Ende März war. Unser Kollege Matthias Pautzke hat sich mit dem BIS-eigenen E-Mobil auf den Weg zu den Nachbarn gemacht …

Rund drei Milliarden Tonnen hochwertige Stoffe landen jährlich weltweit auf dem Müll oder werden verbrannt. C2C, „Cradle-to-Cradle“ oder deutsch „Wiege-zu-Wiege“, so nennt sich das Konzept, das der deutsche Chemieprofessor und Verfahrenstechniker Michael Braungart und der US-Architekt William McDonough gemeinsam entwickelt haben. Ihre Vision behandelt drei der Hauptprobleme, mit denen die Menschheit konfrontiert ist: Giftstoffe in Materialien, Klimawandel und Rohstoffknappheit. Firmen sollen keine gesundheits- und umweltschädlichen Materialen mehr verwenden, alle Stoffe werden Nährstoffe für natürliche Kreisläufe oder abgeschlossene technische Abläufe: Reine Kunststoffe oder Metalle können also unendlich, ohne Wertverlust, für denselben Zweck verwendet werden. Das Konzept ist aber nicht nur Ökovision, sondern hat auch die notwendige politische Dimension: Eine gesunde Umwelt wird als Basis für soziale Gerechtigkeit angesehen, d.h. Handlungen von Unternehmen müssen positive Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit haben. C2C-Zertifizierungen sind übrigens seit 2010 für Unternehmen möglich.

 

Fahrt ins Grüne

Weltweite Vorreiter-Region der „C2C“-Idee ist die niederländische Provinz Limburg. Hier liegt Venlo, wo jüngst auf dem Gelände der Weltgartenausstellung Floriade das innovative Gewerbegebiet „GreenPark“ entstanden ist. Anlässlich des C2C-Jahres lud die Stadt vom 22. bis 23. März 2017 zum ersten C2C-Congress. Grund genug für den BIS-Mitarbeiter Matthias Pautzke, sich mit dem hauseigenen E-Mobil auf die 377 Kilometer lange Reise gen Süd-Westen zu machen. Unterwegs brauchte Pautzke neben einer „Schnellladung“ auch Nachschub für das bordeigene Ladegerät (etwa 7 Liter Benzin). E-Ladesäulen verfügen zumeist über drei verschiedene Stecker-Systeme, von denen zwei für den BMW i3 der BIS passend sind. Auch wenn der Durchbruch der E-Autos noch auf sich warten lässt, kommt der Ausbau von Stromladesäulen endlich in Gang. Seit Mitte März 2016 wurden der Bundesnetzagentur 1.900 neue öffentliche Ladepunkte gemeldet. Der Schwerpunkt liegt in den Ballungszentren – dem Ruhrgebiet und Rheinland sowie den Großstädten Berlin, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart und München – aber auch auf dem Land bieten immer mehr regionale Anbieter öffentliche Ladepunkte an.

Auf Matthias Pautzkes Route war die Versorgung kein Problem: Nordrhein-Westfalen liegt bei der regionalen Verteilung der Stationen mit 354 Ladepunkten bundesweit auf Platz zwei, nur in Bayern stehen mehr öffentliche „Dosen“(442) bereit (Quelle: Bundes Netzagentur). Bei einem Reisetempo von 110 km/h konnte der Kollege die Hin- und Rückreise jeweils mit zwei Tank- und einem Ladestopp in 4,5 Stunden zurücklegen. Möchte man es schön warm im Auto haben, verringert das die Reichweite allerdings um 15 Kilometer.

 

Kontinuierliche, umweltschonende Kreisläufe

Der Venloer Kongress informierte nicht zuletzt über das neue, nach C2C-Kriterien gebaute Stadthaus, dessen Einweihung am 14.10.2016 den Beginn des C2C-Jahres markierte. Das Gebäude bietet eine einzigartige Arbeitsatmosphäre und verfügt unter anderem über eine Dach- und Fassadenbegrünung, Solarzellen, Wärmepumpenheizung, Sonnenschornstein, eine Pflanzenkläranlage und in der Summe über sehr niedrige Betriebskosten. Im Gewerbegebiet „GreenPark“ werden Unternehmen nicht mehr nach Branchen getrennt angesiedelt, sondern so gemischt, dass die Firmen in punkto Energiebedarf, Rohstoffversorgung und Innovationen voneinander profitieren. Könnte das ein Vorbild für das in Bremerhaven geplante nachhaltig ausgerichtete Gewerbegebiet sein? Weiterlesen unter https://www.c2c-congressvenlo.com/

Gabriele Becker, Wellenschlag Textkontor

 


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