Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Best Practices aus der Wirtschaft, GREEN PORT

Grüner Mehrwert in den Häfen

Deichbau mit Hafensediment, Holzabfälle fürs Kraftwerk, Lebensmittelfett für Biogasanlagen – was sonst deponiert oder entsorgt wird, hat oft noch einen großen Nutzen in der Weiterverarbeitung. Um Ressourcen und Umwelt zu schonen, entwickelt die Hafengesellschaft bremenports nachhaltige Konzepte für die Kreislaufwirtschaft in den Häfen in Bremerhaven.

„Wir wollen Vorhandenes besser verwerten und einzelne Akteure zum gegenseitigen Nutzen zusammenbringen“, sagt Katja von Bargen, bei bremenports zuständig für das Umweltmanagement im Rahmen des europäischen Standards Port Environmental System (PERS). Als bewegtem und internationalem Hafenareal mit vielen Wirtschaftsunternehmen sind die Möglichkeiten dafür in den Häfen in Bremerhaven groß und auch das Meer selbst trägt zur Nachhaltigkeit bei.

„Wir haben festgestellt, dass die Belastung des Hafensediments durch schadstoffhaltige Schiffsanstriche aufgrund des Verbots von TBT-Farben gesunken ist“, erklärt Katja von Bargen. Der Ergebnis: Abhängig von den Werten der Beprobung könnte das ausgebaggerte Sediment aus den Häfen für die Abdichtung der Deponie in Seehausen nützlich sein, anstatt dort nur eingelagert zu werden. Das Baggergut aus den Häfen in Bremerhaven ist auch schon für den Deichbau verwendet worden.

Apropos Deich: Hier lagert sich in jedem Jahr eine Menge Nutzstoff an, der Energie bereit hält – Treibsel. Die Bruchstücke von Schilfpflanzen werden bisher meist noch aufwändig eingesammelt und verbrannt. Bremenports hat nun ein anderes Gedankenmodell entwickelt. „Es würde durchaus Sinn machen, das Treibsel an einem geeigneten Ort mit entsprechender Technik zu kompostieren“, so Katja von Bargen. „Dann würde der Stoff aus der Natur als Dünger wieder der Natur zu gute kommen.“

Potenzial für Kreislaufwirtschaft vorhanden

Unterstützung erhält die Hafengesellschaft bei den Ideen und Projekten vom Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft der Hochschule Bremen (IEKrW). Bereits im Jahr 2018 wurde im Rahmen einer ersten Studie nachgesehen, an welchen Stellen in den Überseehäfen das Potenzial für eine Kreislaufwirtschaft gegeben wäre. „Überall da, wo Abfall anfällt, ist auch Kreislaufwirtschaft möglich und das betrifft auch die Überseehäfen in Bremerhaven. Das Ziel ist es, intelligente Lösungen zu finden, um die Umwelteigenschaften der Dienstleistungen und Produkte zu verbessern“, sagt Professor Martin Wittmaier vom IEKrW.

Aktuell werden die bestehenden Strukturen weiter intensiviert und ausgebaut. „Die Entsorgung der Wertstoffe und Abfälle von Schiffen in unseren Häfen ist zum Beispiel kostenlos und als Beitrag bereits in den Hafengebühren enthalten“, erklärt Katja von Bargen. Manche Kapitäne oder Besatzungen wüssten das aber nicht. Hier soll zukünftig noch mehr Aufklärung betrieben  und bei der Kreislaufwirtschaft auch der Brückenschlag zwischen den einzelnen Häfen in Bremerhaven gemacht werden.

Weiterverwertung in Biogasanlagen?

„Bei der Vielzahl der unterschiedlichen Produktionsbetriebe im Fischereihafen würde das Sinn machen – auch mit Hilfe einer zweiten Studie“, betont Martin Wittmaier. Hier sei zum Beispiel die Verwertung von Plastik aus den Unternehmen ein möglicher Punkt. Besonders die Lebensmittelindustrie spiele eine wichtige Rolle. „Das gesammelte Fett in den Fettabscheidern der Betriebe wäre eine sehr gute Basis für die Weiterverwertung bei der Energieerzeugung in Biogasanlagen“, so Wittmaier.

Katja von Bargen wartet auch gleich mit einer weiteren Idee für die Energienutzung auf: „Holzreste aus Industriebetrieben im Fischereihafen zum Beispiel von Umverpackungen aus dem Transport, schadhaften Paletten oder anderem könnten im Holzhackschnitzel-Kraftwerk von Eurogate in den Überseehäfen verwertet werden.“

Die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft in den Häfen in Bremerhaven sind vielfältig. Entsprechend soll die Zusammenarbeit mit dem Institut für Energie und Kreislaufwirtschaft perspektivisch in eine zweite Runde gehen und intensiviert werden. Der Nutzen liegt auf der Hand und wird von Katja von Bargen auf den Punkt gebracht: „Was der eine einfach wegwirft, kann der andere vielleicht gut gebrauchen. Solange beide aber nichts voneinander wissen, kann das nicht funktionieren. Wir bei bremenports wollen die Möglichkeiten dafür verbessern.“


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