Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Kühlraum

(C) energiekonsens, Fotograf: Jan Rathke

Best Practices aus der Wirtschaft, Energieeffizienz

Treibhausgas-Emissionen die kalte Schulter zeigen

Das kostenlose Angebot energievisite:kälte der Klimaschutzagentur energiekonsens nimmt Kältetechnik ins Visier und berät in Sachen Einsparung von Energiekosten.

Gerade bei sommerlichen Temperaturen müssen sich viele Betriebe auf gut funktionierende Klimaanlagen und Kühlräume verlassen. Unternehmen im Land Bremen, die Kälteanlagen nutzen, können sich kostenlos zu klimafreundlicher Kälteversorgung beraten lassen. Bei einer Veranstaltung der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens am Großmarkt Bremen haben sich Unternehmen und Experten über Möglichkeiten und Best Practices ausgetauscht.

 Die seit Januar 2015 geltende F-Gas-Verordnung der Europäischen Union verfolgt ein Ziel: Emissionen von synthetischen Kältemitteln, die seit vielen Jahren in Millionen von Klimageräten sowie gewerblichen und industriellen Kälteanlagen eingesetzt werden, bis 2030 deutlich zu verringern. „Gelangen diese Stoffe in die Umwelt, tragen sie erheblich zur Steigerung des Treibhauseffektes bei“, erklärt Jan H. Engeland, Geschäftsführer des Büros Engeland Engineering. Er nennt ein Beispiel: „Der Verlust von einem Kilogramm des synthetischen Kältemittels R134 A ist ökologisch gleichbedeutend mit dem Eintrag von rund 1400 kg CO2 in die Atmosphäre.“

Bereits 2022 tritt ein verschärftes Verkaufsverbot für entsprechend betriebene Anlagen ein. Daher rät der Bremer Ingenieur Unternehmen mit Kühlräumen oder -möbeln, sich frühzeitig mit dem Thema zu beschäftigen. „Auch für kleinere Unternehmen – etwa aus Gastronomie und Einzelhandel – kann sich der vom Bund geförderte Austausch von Klima- und Kühlanlagen zur Umstellung auf natürliche Kältemittel wie zum Beispiel CO2 schon jetzt lohnen. Die Technik dafür gibt es mittlerweile“, betont er. Dabei gebe es aber nicht die eine Lösung, die sich für alle Betreiber eignet. Vielmehr brauche es maßgeschneiderte Konzepte, die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigen. „Mitunter ist es aus wirtschaftlicher Sicht auch sinnvoller, die bestehende Anlage nur zu optimieren. So lassen sich Energieverbräuche um bis zu 30 Prozent reduzieren und schädliche Treibhausgas-Emissionen senken.“

Kleine Maßnahmen mit großer Wirkung

Was im Einzelfall der richtige Weg ist und welche Möglichkeiten es gibt, den eigenen Kältebereich zu verbessern, zeigt Unternehmen im Land Bremen die energievisite:kälte. Bei diesem kostenlosen Angebot der Klimaschutzagentur energiekonsens kommen unabhängige Energieexperten zu den Betrieben ins Haus. Hier nehmen sie die Kältetechnik in Augenschein, bewerten diese und schlagen Maßnahmen zum Beispiel zur Einsparung von Energiekosten vor.

Um für mehr Nachhaltigkeit in Kühlprozessen zu sensibilisieren, ermöglicht energiekonsens überdies den Erfahrungsaustausch mit Experten. Erst jüngst fand unter dem Titel „Klimafreundliche Kühlung von Lebensmitteln – Beispiele aus der Praxis“ eine Informationsveranstaltung im Großmarkt Bremen statt. Mit dabei war Marie Pigors, Betriebsleiterin der Naturkost GmbH, die spontan zu einer Besichtigung des sich dort befindenden firmeneigenen Kühlhauses einlud. Auf diesem Rundgang und in Vorträgen gaben Jan H. Engeland sowie Martin Rüterbories, Geschäftsführer des Kälteanlagenbauers HEIFO, Anregungen und Empfehlungen zur Effizienzsteigerung von Kühlmaschinen. Letzterer erklärte: „Wenn der Kondensator auf einer weißen Fläche steht, statt auf einer schwarzen, erzielt man schon eine Energieeinsparung von drei bis vier Prozent.“ Streifenvorhänge an den Türen von Kühlräumen, Stoffschläuche zur gleichmäßigen Verteilung der kalten Luft sowie eine regelmäßige Regulierung und Reinigung der Kühlanlage tun den Experten zufolge ihr Übriges. „Es sind viele kleine Maßnahmen, die helfen, Betriebskosten und Treibhausgas-Emissionen zu senken“, so Martin Rüterbories. Ein weiterer Tipp von ihm: „Für Unternehmen mit Kühlhäusern kann es hilfreich sein, diese mit einer Thermokamera von innen und außen aufzunehmen, um Wärmebrücken und Leckagen aufzuspüren. Denn dann weiß man genau, wo man ansetzen muss.“

Weitere Informationen zur energievisite:kälte unter hier.


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