Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Stella Reulecke von energiekonsens
Best Practices aus der Wirtschaft, Energieeffizienz, Erneuerbare Energien, Klimaschutz, Netzwerken

Mit Abwärme das Klima schonen – Webinar zeigt innovative Lösungen

Die Nutzung von Abwärme hat enormes Klimaschutzpotenzial. Denn Unternehmen können überschüssige Energie deutlich effizienter nutzen, als sie in die Umwelt abzugeben. Ein Webinar der gemeinnützigen Klimaschutzagentur energiekonsens und der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH hat am Dienstag rund 50 Teilnehmern gezeigt, wie es geht.

„Klimaschutz geht weit über Betriebsgrenzen hinaus“, erläuterte Stella Reulecke von energiekonsens während des Webinars „Wärme-Synergien zwischen Unternehmen“. Denn Kooperationen zwischen Betrieben schonen nicht nur ökologische, sondern auch finanzielle Ressourcen. „Gerade im Bereich Abwärme bieten sich für Unternehmen viele Möglichkeiten, zusammenzuarbeiten und so CO2 einzusparen.“ Klimaschonende Allianzen zwischen Unternehmen sind Reuleckes Schwerpunkt: Bei energiekonsens betreut sie den Baustein „Kooperation CO2“ des durch den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und die Senatorin für Klimaschutz, Umwelt, Mobilität, Stadtentwicklung und Wohnungsbau geförderten Projekts „Bremer Unternehmen sparen CO2“. Abnehmer von Überschusswärme können Nachbarunternehmen, ein Versorgungsnetz oder eine mobile Versorgung sein. „Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit gehen hier Hand in Hand“, so Reulecke.

Geteilte klimafreundliche Energie ist auch ein Schwerpunkt bei der Entwicklung des nachhaltigen Gewerbegebiets „Lune Delta“ in Bremerhaven, berichtete Annette Schimmel von der BIS: „Derzeit prüfen wir, inwieweit die Wärmeversorgung zu hundert Prozent aus erneuerbaren Quellen realisiert werden kann, wie durch die Abwärme der zentralen Kläranlage sowie der geplanten Elektrolyseure.“ Diese könnte externen Abnehmern zur Verfügung gestellt werden, um Ressourcen zu schonen.

Metall- und Stahlproduzenten aus der Region nutzen Abwärme

In Hamburg verfolgt der Metallproduzent Aurubis AG diesen Weg bereits: „Wir haben zusammen mit enercity unsere CO2-freie Industriewärme für die Beheizung der östlichen Hafencity nutzbar gemacht“, berichtete Christian Hein, Director Corporate Energy & Climate Affairs von Aurubis. “Wenn wir unser vollständiges Industriewärmepotenzial ausschöpfen, können insgesamt bis zu 140.000 Tonnen Kohlendioxid im Jahr eingespart werden“, so Hein.

„Es gibt viele Gründe, gemeinsame Projekte nicht zu machen”, meinte Michael Rüdebusch von ArcelorMittal Bremen GmbH. „Aber es gibt keinen Grund es nicht doch zu tun”. Auf dem Weg zum Klimaschutz gehe es darum, Innovationen zu wagen und einfach mal etwas auszuprobieren, findet Rüdebusch. Schließlich liegen in der Nutzung industrieller Abwärme enorme CO2-Einsparpotenziale: In abwärmerelevanten Branchen kann der Abwärmeanteil am Gesamtendenergiebedarf bis zu 40 Prozent betragen. Anstatt diese überschüssige Energie gewinnbringend zu nutzen, wird sie häufig an die Umwelt abgegeben.

Projekt „Wärme to go“ aus Hannover berichtet

Ein Beispiel für innovative klimafreundliche Synergien stellte Roland Middendorf vom Zweckverband Abfallwirtschaft Region Hannover vor: Beim Projekt „Wärme to go” sorgt Müll für warme Klassenzimmer. So wandelt ein Blockheizkraftwerk auf der Deponie Hannover das bei der Behandlung von Abfällen entstehende Methan in Wärme und Strom um. Die Wärme wird in einen Container überführt und per Elektro-Lkw klimafreundlich zu einer Schule in Isernhagen gebracht. So sollen insgesamt 1.500 Tonnen CO2 eingespart werden. „Für uns von aha sind die Latentwärme-Container die ideale Möglichkeit unsere Wärme an größere Verbraucher zu liefern, anstatt sie ungenutzt abzugeben. Mit dem E-Lkw funktioniert das sogar lautlos und emissionsfrei und bringt uns unseren Klimaschutzzielen näher“, so Middendorf.

Über das Projekt

„Kooperation CO2“ ist Teil der Projektes „Bremer Unternehmen sparen CO2“ in Kooperation mit der BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH. Das Projekt wird gefördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), Investition in Bremens Zukunft. Projektträger ist energiekonsens, die gemeinnützige Klimaschutzagentur für Bremen und Bremerhaven. Weitere Informationen unter: www.energiekonsens.de/kooperation-co2_2.html


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