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„Nudges“ für mehr Klimaschutz im Unternehmen

Vom Bundesumweltministerium gefördertes Projekt startet in Bremen

Unternehmen, die ihre Energie- und Klimabilanz verbessern wollen, kommen nicht umhin, ihre Mitarbeiterschaft bei diesen Themen mitzudenken. Denn: Ihr Verhalten trägt im Unternehmen maßgeblich mit zum Ressourcenverbrauch bei. Dabei sehen sich die Unternehmen allerdings mit einem allzu menschlichen Phänomen konfrontiert: Obwohl das Wissen über Klimaschutz und das Umweltbewusstsein in der Gesellschaft stetig steigen, führt dieses nicht zwingend zu verändertem Verhalten oder Handeln, weder im privaten Umfeld noch am Arbeitsplatz. Genau an dieser Herausforderung setzt die gemeinnützige Klimaschutzagentur energiekonsens gemeinsam mit den Kooperationspartnern ConPolicy, KliBA und SAENA mit dem Projekt „Green Nudging“ an, das im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative vom Bundesumweltministerium gefördert wird.

„Das Projekt soll Unternehmen dabei helfen, klimafreundliches Verhalten in ihrer Mitarbeiterschaft zu etablieren, ganz ohne die sonst üblichen Informationskampagnen, Appelle, finanziellen Anreize oder Gebote. Stattdessen soll es den Mitarbeitenden durch kleine Anstöße leichtgemacht werden, klimafreundlich zu handeln“, erklärt energiekonsens-Geschäftsführer Martin Grocholl. Grundlage ist dabei das „Nudging“ (engl. anstoßen), ein Konzept aus der Verhaltensökonomik, dessen Begründer Richard Thaler 2017 den Wirtschaftsnobelpreis erhielt. In einer Pilotphase begleiten die Klimaschutzagentur und ConPolicy zehn Unternehmen aus Bremen und Bremerhaven bei der Entwicklung und Implementierung individueller auf das Unternehmen und die Arbeitsstrukturen zugeschnittener Maßnahmen zum Klimaschutz, den sogenannten Nudges. „Dabei springt für die Unternehmen weitaus mehr heraus, als das bloße Energie sparen“, weiß Grocholl: „Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden in Veränderungsprozesse eingebunden und tragen aktiv zur Corporate Social Responsibility des Unternehmens bei. Die gewonnenen Erkenntnisse in der Prozessoptimierung können auch in anderen Unternehmensbereichen angewandt werden.“

Nach einer einjährigen Pilotphase wird es eine weitere Erprobungsphase in Bremen, Dresden und Heidelberg geben. Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt von dem Berliner Institut ConPolicy. „Mit dem Projekt Green Nudging haben wir die Möglichkeit, die bisher insbesondere im Verbraucher-Bereich erprobten verhaltensökonomischen Erkenntnisse des Nudgings nun auch im Unternehmensbereich auf Mitarbeitende anzuwenden und wissenschaftlich zu durchleuchten“, freut sich Prof. Dr. Christian Thorun, Geschäftsführer von ConPolicy. Ziel ist es, das Instrument Nudging für den Einsatz in Unternehmen zu erforschen, Prozesserfahrung zu sammeln und die entwickelten Nudges öffentlich bereitzustellen, so dass bundesweit Unternehmen zu Nachahmern werden können.

Green Nudging ist ein gemeinsames Projekt von energiekonsens, ConPolicy – Institut für Verbraucherpolitik in Berlin, der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis (KliBA) und der Sächsischen Energieagentur (SAENA). Das Projekt wird gefördert vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages im Rahmen der Nationalen Klimaschutz Initiative NKI. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und endet im Oktober 2021.


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