Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Lückert begrüßt die Delegation aus Uslan.

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An-nyeong-ha-se-yo! Südkorea sagt „Hallo, Bremerhaven!“

18-köpfige Besuchergruppe aus Ulsan knüpft Kontakte zum Offshore-Windenergiecluster Bremerhaven

Song Chul-ho, Bürgermeister der Südkoreanischen Stadt Ulsan, war begeistert: „Am liebsten würde ich gleich die ganze Bremerhavener Infrastruktur für Offshore-Windenergie nach Südkorea umziehen lassen!“, sagte er im Rahmen eines Delegationsbesuches in Bremerhaven. Organisiert und vermittelt wurde der Austausch in Sachen erneuerbare Energien durch KOTRA (Korea Trade Investment Promotion Agency), eine Agentur des südkoreanischen Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit der Bremerhavener Wirtschaftsförderung BIS. KOTRA ist eine Non-Profit Organisation, für die in Seoul und weltweit weiteren 126 Büros über 1.700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten.

Die 18-köpfige Besuchergruppe wurde in Bremerhaven unter anderem von der Stadtverordnetenvorsteherin Brigitte Lückert und Annette Schimmel als Vertreterin der Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung BIS begrüßt. Im Konferenzraum des t.i.m.e. Port informierte Schimmel als Projektverantwortliche für den Bereich Green Economy die Gäste über den Offshore Wind Port Bremerhaven.

Entscheidende Erfolgsfaktoren

In ihrer Präsentation hob sie die besondere Bedeutung einer guten Infrastruktur bei der Standortentwicklung hervor. Bremerhaven habe bei der Entwicklung zum Windenergie-Standort vor allem von seiner langen Tradition als Hafen- und Logistikstandort profitiert. Das perfekte Zusammenspiel mit der maritimen Wirtschaft in der Seestadt mache den entscheidenden Wettbewerbsvorteil aus, so Annette Schimmel. Zudem sei es wichtig, die komplette Wertschöpfungskette der Branche – vom Produzenten bis zu Forschung und Entwicklung – im Blick beziehungsweise vor Ort zu haben. In Bremerhaven ergeben sich Kooperationen und Netzwerke von Tür zu Tür mit Unterstützung von Politik und Wirtschaftsförderung. Mit Hinblick auf den Masterstudiengang „Windtechnik“ an der Hochschule Bremerhaven wies Schimmel zudem auf die Rolle von Qualifizierung und Weiterbildung hin. Vor allem in Zeiten der Digitalisierung werde diese immer wichtiger. Im Zusammenspiel dieser Faktoren konnte in Bremerhaven ein erfolgreicher Strukturwandel vom Fischerei- und Werftenstandort hin zu einem der wichtigsten Zentren für die Offshore Windenergie gelingen.

Schwimmende Kraftwerke

Wie Deutschland will auch Südkorea die Energiewende vorantreiben. Bis 2030 soll der Anteil an erneuerbaren Energien bei etwa 20 Prozent liegen. In Bremerhaven wolle man sich an verschiedenen Stellen der Wertschöpfungskette informieren, sagte Song Chul-ho in seiner Begrüßung. Uslan habe analog zu Bremerhaven eine starke maritime Wirtschaft und so sei es bereits gelungen, Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien anzusiedeln. Bei ihrem Besuch hatte die Delegation vor allem das Thema „Floating Offshore Windparks“ im Fokus. Für diese auf dem Meer schwimmenden Windenergieanlagen seien die Bedingungen vor Uslan perfekt, so der Bürgermeister. Im Bremerhavener Fraunhofer-Institut für Windenergie IWES informierten sich die Gäste aus Südkorea daher über aktuelle Forschungsergebnisse zum Thema „Floating Foundations“. Diese schwimmenden Gründungsstrukturen für Offshore-Windenergieanlagen werden vor allem für große Wassertiefen verwendet. Das IWES bietet Forschung und Entwicklung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einer Windenergieanlage – von der Materialentwicklung bis zur Netzintegration.

Ulsan ist eine Stadt und Provinz im Südosten Südkoreas. Knapp eine Million Menschen leben in der Hafenstadt. Neben international tätigen Werfen Werften, Raffinerien und Düngemittelproduzenten hat sich in der Region am Japanischen Meer auch der Hyundai-Konzern angesiedelt.


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