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Festmachen in Bremerhaven
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Best Practices aus der Wirtschaft, Naturschutz

Fisch als nachhaltiges Lebensmittel: Transgourmet macht´s möglich

„Nachhaltigkeit“ hat bei Transgourmet Seafood im Bremerhavener Fischereihafen gleich drei Bedeutungen. Seit genau zehn Jahren versorgt das Unternehmen die Menschen in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuverlässig mit Fisch. Der jährliche Umsatz hat auch im Jubiläumsjahr prozentual einen zweistelligen Zuwachs. Und ganz weit vorn: Transgourmet setzt auf ökologisch unbedenklichen Fischfang und baut die Öko-Sparte mit Nachdruck aus – Nachhaltigkeit in Reinkultur.

Schon beim Schritt durch die Pendeltür in den langen Flur wird klar: Hier arbeiten Menschen, die sich mit dem Meer, mit Seefahrt, mit Tradition und vor allem mit Fisch befassen. An den Wänden hängen liebgewonnene Stücke von der Positionslampe, über das Fischernetz bis zum präparierten Rotbarsch. Von der großflächigen Wandmalerei grüßt freundlich ein Seemann.

„Wir sind so ein bisschen verliebt in die ganzen Sachen“, schmunzelt Geschäftsführer Ralf Forner. De 56-jährige kommt mit einigen Prospekten unter dem Arm den Gang herunter. „Kleinen Kaffee?“ Die Atmosphäre im Unternehmen ist entspannt. Das merkt man auch den fröhlichen Mitarbeitern im Gebäude an. Seit der Firmengründung im Oktober 2008 hat Transgourmet die Zahl seiner Beschäftigen von ursprünglich 23 auf inzwischen 70 erhöht. Die Geschäfte laufen gut. Die Basis stimmt, aber vor allem ist Ralf Forner niemand, der sich auf seinen Lorbeeren ausruht.

„Unser Unternehmen ist Teil der Coop-Gruppe und damit der Transgourmet-Gruppe. Von daher greifen wir auf eine gute Logistik und Firmenstruktur zu. Wir beliefern von Bremerhaven aus über die Verteilungszentren die Kunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Das sind Supermärkte, aber auch die Gastronomie, Großküchen, die Altenpflege und vieles mehr“, zählt er auf. Allein an Frischfisch kommen so jährlich 6500 Tonnen Ware zusammen. Weitere 6500 Tonnen Tiefkühlfisch kommen dazu. „Wir beziehen unsere Ware von Händlern aus der ganzen Welt“, erzählt Ralf Forner.

Bremerhaven, sagt der engagierte Geschäftsführer, sei dafür der perfekte Standort. „Hier laufen die Warenströme in Sachen Fisch aus der Welt zusammen, hier sitzen die Händler und die Logistik bis hin zum Lebensmittellabor – nicht irgendwo im Ruhrpott“, betont Forner. „Bremerhaven ist die europäische Fisch-Hauptstadt.“ Sein Zulieferernetz hat er im Laufe eines Jahrzehnts von Alaska, über Norwegen und Island bis in den Pazifik ausgebaut. „Es gibt nichts, was wir nicht an Fisch oder Meerestieren besorgen können, solange es legal ist“, lacht er.

Ganz besonders großen Wert legt Transgourmet auf den Einkauf von ökologisch unbedenklich gefangenem Fisch und Meerestieren. Kunden wie die Schweiz mit sehr hohen Umweltstandards bei Lebensmitteln wissen das zu schätzen. „Unsere Ware hat zum Beispiel das MSC-Siegel für umweltverträglichen Fischfang“, sagt Ralf Forner. Dazu kommen Eigenmarken und der steigende Einkauf aus nachhaltiger Fischzucht, den Transgourmet stark ausbaut. „Unsere Eigenmarke „Ursprung“ ist 100 Prozent Fisch aus nachhaltiger Fischzucht. Zusätzlich kaufen wir Fisch aus ökologisch einwandfreier Zucht dazu.“ Der Anteil von nachhaltigem Fisch am Gesamtjahresumsatz liegt mittlerweile bei fast 30 Prozent.

Einen neuen Zulieferer hat der findige Ralf Forner jetzt auf Island ausgemacht. Hier hat ein Isländer in einem abgelegenen Fjord eine Lachszucht aufgezogen. „Kein großes Ding Boutique-Farming, sagt Ralf Forner, „Aber genau das ist ja der Vorteil. Wir kaufen in dem Bereich lieber exklusiv ein und wissen, dass die Fische qualitativ hochwertiges Futter bekommen und vor allem: dass sie sich bewegen können und das Wasser kristallklar und sauber ist.“

Ohnehin ist der Schutz der Natur und der Fischwelt ein großes persönliches Anliegen von Ralf Forner. Er sammelt seit Jahren bei Firmen, Kunden und Vereinen Gelder ein, um einmal jährlich seinen ganz eigenen Beitrag zum Naturschutz zu leisten. Transgourmet selbst zahlt einen großen Teil der Aktion. „Wir setzen hier Jungaale aus, um den weltweit gefährdeten Bestand zu schützen, zu unterstützen und aufzubauen“, erzählt er. „Der Fluss Lune bei Bremerhaven ist der perfekte Platz dafür. Wenn wir die Jungaale aussetzen, ist das immer ein ganz wundervoller Moment, der hoffentlich hilft.“ Bei der Zahl der Fische, die mittlerweile in die Freiheit entlassen wurden, ist das durchaus möglich Es sind inzwischen fast eine Million. Wenn das keine Nachhaltigkeit ist.

 

 

 


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