Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Städte können entlastet werden

Foto: Deutsches Zentrum für Luft – und Raumfahrt e. V. (DLR) 

Klimaschutz, Neues aus Forschung, Bildung, Wissenschaft

Pilotprojekt zur Entwicklung eines zukunftsfähigen Zustellkonzeptes gestartet

Onlinehandel auf Wachstumskurs – Verkehrsprobleme häufen sich

2016 wurden in Deutschland jeden Tag zehn Millionen Paketkartons umhergefahren und ausgeliefert. Die Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP) in Deutschland beförderten damit erstmals innerhalb eines Jahres mehr als 3 Mrd. Sendungen – Tendenz steigend. In Großstädten wird der Online Handel besonders stark genutzt und zugleich verursacht er zunehmend mehr Verkehrsprobleme. In den Ballungsräumen gibt es aber zugleich auch interessante Projekte zur Verminderung des Verkehrs. Ein solches Projekt wurde jüngst von Herrn Prof. Dr.-Ing. Wagner vom Berg von der Hochschule Bremerhaven vorgestellt. Gemeinsam mit der Bremerhavener Weser-Eilboten GmbH und dem Bremer Unternehmen Rytle GmbH soll in den kommenden Monaten ein zukunftsfähiges Zustellkonzept erarbeitet und getestet werden. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt das Projekt.

Basis des Vorhabens ist das neuentwickelte Last-Mile-Logistik-System der Firma Rytle, welches ein hocheffizientes System aus Verteilzentren (Hubs), elektromobilen Lastenfahrrädern und einer digitalen lnfrastruktur darstellt. Das System soll pilotenhaft in einem definierten Testfeld in Bremerhaven eingesetzt werden.

Die Grundidee lässt sich wie folgt beschreiben: Anstatt mit dem Diesel Kleintransporter zu jedem einzelnen Kunden zu fahren, beliefern die sog. KEP-Dienstleister einige Hubs in Bremerhaven. An den Hubs stehen neuartige, elektrisch betriebene Lastenfahrräder zur Verfügung, die eine mit Paketen oder sonstigen zu transportierenden Gütern bestückte Wechselbox im Format einer EURO-Palette einfach aufnehmen können. Bis zu neun Boxen können in einem City-Hub zwischengelagert und von dort nahezu emissionsfrei und lärmarm in alle Richtungen im Stadtbereich verteilt werden.

Ein digitales Informationssystem sorgt zugleich dafür, dass die Prozesse z.B. hinsichtlich Fahrtrouten, Personaleinsatz etc. optimal gesteuert werden können. Die Machbarkeit und Wirksamkeit des Systems soll zunächst auf konzeptioneller und technischer Ebene umgesetzt und bewertet werden. In einem Testfeld in der Seestadt Bremerhaven wird im nächsten Schritt das System dann pilothaft mit dem Praxispartner Weser-Eilboten aus der Bremerhavener Ditzen Gruppe zum Einsatz gebracht und abschließend evaluiert.

Das Gesamtprojekt hat ein Finanzvolumen von über 288 T€. Die BIS Wirtschaftsförderung Bremerhaven unterstützt das Pilotvorhaben aus dem Förderprogramm „Angewandte Umweltforschung“ des bremischen Senators für Umwelt, Bau und Verkehr. Vorgesehen ist eine Laufzeit von 24 Monaten bis Mitte 2020.


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