Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Best Practices aus der Wirtschaft, Energieeffizienz

Wasser statt Diesel

Der erste emissionsfreie Zug mit Halt in Bremerhaven nimmt Fahrt auf

Mit dem Coradia iLint bringt Alstom bringt den ersten emissionsfreien Zug, der Wasserstoff als alternative Energiequelle nutzt, auf die Schiene. Bereits 2018 soll das innovative Nahverkehrsmittel auf der nicht elektrifizierten Strecke zwischen Cuxhaven, Bremerhaven, Bremervörde und Buxtehude zum Einsatz kommen. Soeben wurde der Konzern dafür mit der Mobility Trophy im Rahmen der „Trophies of the Future“ 2018 ausgezeichnet.

Die „Trophies of the Future“ 2018 werden vom französischen Radiosender Europe 1 verliehen. Sie zeichnen Frauen und Männer – Forscher, Studierende, Unternehmer, Schriftsteller, Bürger und gewählte Vertreter – aus, die mit ihrer Arbeit einen Beitrag zum Aufbau einer nachhaltigen und harmonischen Gesellschaft leisten. Hier geht der deutsche Nahverkehr mit dem Coradia iLint einen ersten Schritt in Richtung Nachhaltigkeit.

„Die Zu(g)kunft beginnt in Niedersachen,“ sagte der niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies bei der Vorstellung des Zuges im November 2017 in Wolfsburg. Sein Ministerium hat die Anschaffung von 14 Wasserstoffzügen für das nördliche Bundesland mit 81,3 Millionen Euro gefördert.

Emissionsfrei, leise und leistungsstark

Von den rund 38.000 Kilometern Schienennetz in Deutschland sind bislang nur rund 60 Prozent elektrifiziert, das heißt mit einer Oberleitung versehen und für den Betrieb von E-Lokomotiven geeignet. Der Anteil der elektrifizierten Strecken steigt stetig, aber langsam. Zu langsam, wenn es darum geht, CO2-Emissionen zu reduzieren. Das könnte sich nun ändern: Der Coradia iLint ist weltweit der erste Niederflur-Personenzug, der mit einer Wasserstoff-Brennstoffzelle betrieben wird, die elektrische Energie für den Antrieb erzeugt. Er wartet mit verschiedenen Innovationen auf: saubere Energieumwandlung, flexible Energiespeicherung in Batterien sowie smartes Management von Antriebskraft und verfügbarer Energie. Der komplett emissionsfreie Zug ist geräuscharm und gibt lediglich Wasserdampf und Kondenswasser ab. Nachhaltig wird der Coradia iLint durch das besonders effiziente Energiemanagement:

Neben der Brennstoffzelle als primäre Energiequelle nutzt das Fahrzeug aus Windkraft gewonnenen Wasserstoff sowie den umliegenden Sauerstoff aus der Luft für den Antrieb. Als sekundäre und zusätzliche Energiequelle während Beschleunigungsphasen sind im Coradia iLint leistungsstarke Lithum- Ionen- Batterien verbaut. Diese speichern einerseits die Energie der Brennstoffzelle und andererseits die kinetische Energie, die beim Bremsen des Zuges entsteht. Durch die Unterstützung der Batterie beim Beschleunigungsvorgang, ist die Leistung der Brennstoffzelle weitgehend gleichbleibend und wird nur bei langen Beschleunigungsphasen hochgefahren. Bei geringer Beschleunigung nutzt die Brennstoffzelle einen Teil der Energie, um die Batterie wieder neu aufzuladen.

1000 Kilometer mit einem Tank

„Geschwindigkeit, Fahrgastkapazität und Nachhaltigkeit: Damit gehen wir einen entscheidenden Schritt in Richtung saubere Mobilität in Europa“, so Didier Pfleger, Sprecher der Geschäftsführung von Alstom Deutschland und Österreich.

Gegenwärtig werden zwei Züge in Deutschland getestet und sollen in der zweiten Hälfte 2018 die ersten Fahrgäste in Niedersachsen befördern. Über den Stand der Entwicklungen berichtet Alstom Pressesprecherin Tanja Kampa:„Wir beginnen zur Zeit mit der Vorbereitung der Zulassung von zwei Prototypen für den Einsatz im Testbetrieb mit Fahrgästen. Diese sollen im Laufe des Jahres auf der Strecke Buxtehude–Bremervörde–Bremerhaven–Cuxhaven fahren. Partner im Projekt ist neben der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) und der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser GmbH (evb) auch die Linde Group, die in Bremervörde die weltweit erste Wasserstoff-Tankstelle betreiben wird.“ Mit einer Tankfüllung könne der Coradia iLint bis zu 1000 km zurücklegen und dabei eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h erreichen, erklärt Kampa weiter.

Alstom ist in Deutschland einer der führenden Anbieter von Bahntechnik. Schwerpunkt ist die Herstellung von Schienenfahrzeugen für den Nahverkehr: Metros, Straßen- und Stadtbahnen, S-Bahnen und Regionalzüge. Im Sommer 2017 brachte der Alstom Konzern seine Transportsparte in eine Fusion mit Siemens Mobility ein. Bis Ende 2018 soll der Mobilitäts-Riese Siemens-Alstom daraus entstehen.


1 Kommentar(e)

    Wolfgang Gose

    Es ist mit der Weiterentwicklung des Brennstoffzellenantriebs in Bussen, Bahnen, PKWs und LKWs eine spannende Entwicklung zu erwarten.

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