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„Mobilität der Zukunft: Wie bewegen wir uns umweltfreundlich fort?“

Der BUND und der Verein H2BX laden am 1. März 2018 um 19 Uhr zu einem Vortragsabend in die Hochschule Bremerhaven ein.

Die Mobilität wird sich in Zukunft ändern: Alternative Antriebe, vernetzte Autos und selbstständig fahrende Fahrzeuge machen es möglich. Der Verein H2BX setzt auf Wasserstoff als CO2 freien Energieträger für die Mobilität der Zukunft. Das wird auch Zeit: Pioniere der Wasserstofftechnologie mit Projekten „zum Anfassen“ finden sich in Bayern, NRW, Hessen, Schleswig-Holstein. Im Land Bremen ist die Technologie bislang nur ein Randthema, seit Oktober 2017 gibt es immerhin eine Wasserstofftankstelle in Bremen.

Studie der WAB „Wind2Gas-Strategie Bremen“

Wichtige Grundlagen zur Nutzung von Wasserstoff im Land Bremen wurden in der Zeit von Ende 2015 – 2016 im Rahmen des Projektes „Wind2Gas-Strategie Bremen“ durch die WAB Windenergieagentur erarbeitet. Ziel der Studie war die Untersuchung des technischen und wirtschaftlichen Potentials von Power-to-Gas-Anwendungen zur Nutzung von Überschussstrom aus Windenergieanlagen und die Ableitung von Handlungsempfehlungen für das Land Bremen. Im Rahmen der Studie wurden alle relevanten Geschäftsmodelle von Wind-to-Gas und die entsprechenden strukturellen Voraussetzungen untersucht sowie Marktgrößen für das Land Bremen abgeschätzt.

Die Studie belegt, dass für die Seestadt mit der Umsetzung einer Wind-to-Gas-Strategie die Chance besteht, die etablierte Wertschöpfungskette der (Offshore-) Windindustrie zu erweitern, neue Unternehmen anzusiedeln und dementsprechend Arbeitsplätze schaffen zu können. Und ganz nebenbei CO2 reduziert…

Für das Offshore-Kompetenzzentrum Bremerhaven mit seiner Vielzahl an Akteuren aus Forschung und Entwicklung ist das Thema attraktiv, weil eines der größten Probleme dieser jungen Branche bekanntlich die ungenügende Speichermöglichkeit ist. Weht beispielsweise der Wind stark, speisen Windräder oft mehr Strom ins Netz, als genutzt wird. Der Überschuss kann aber nicht „aufbewahrt“ werden. Eine Erweiterung der Wertschöpfungskette um das Thema „Speicherung“ würde der Offshore-Windkraft neuen Schub geben und den Ausbau der Windparks auf See inhaltlich unterstützen.

Der Einsatz von Wasserstoff in der Praxis

Großkonzerne wie Shell sind bereits seit vielen Jahren in der Erforschung und Entwicklung von Technologien für eine Wasserstoff-Infrastruktur zur Förderung der Elektromobilität engagiert – hauptsächlich in den USA und seit rund sieben Jahren auch an Pilot-Tankstellen in Berlin und in Hamburg und seit Oktober 2017 auch in Bremen. An diesen Pilot-Stationen wurde und wird der sichere Umgang mit Wasserstoff an Tankstellen und die Betankung bei verschiedenen Druckverhältnissen demonstriert. Darüber hinaus wurden Erfahrungen über das Verbraucherverhalten, die Zuverlässigkeit während des Betriebes und die Wirtschaftlichkeit der Stationen gemacht.

Eine großtechnische Erprobung von Wind2Gas erfolgt in Deutschland derzeit in rund 30 Pilotprojekten bzw. Demonstrationsanlagen. Eine Markteinführung erfolgt in ersten Nischen – die junge Technologie ist aufgrund von weiterem F&E-Bedarf, erforderlichen Lernkurven und Skaleneffekten sowie der Wasserstoffgestehungskosten (noch) nicht wettbewerbsfähig.

Gleichwohl beweisen in den letzten Jahren Wasserstoff-Stationen Tankstellen und -Fahrzeuge zunehmend ihre Alltagstauglichkeit. Die ersten Automobilkonzerne, wie z.B. Toyota, Hyundai und Mercedes-Benz, haben bzw. bringen Wasserstoff / Brennstoffzellen-Serienfahrzeuge auf den Markt, andere planen dies für die nächsten Jahre. Als Voraussetzung für eine erfolgreiche Einführung von Wasserstoff als Kraftstoff soll jetzt ein (flächendeckendes) Wasserstoff-Tankstellennetz entstehen. Die Unternehmen Air Liquide, Daimler, Linde, OMV, Shell und TOTAL haben hierfür 2015 die übergeordnete Betreibergesellschaft H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co. KG gegründet. Ihre Aufgabe ist der schnelle, effiziente und flächendeckende Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für Brennstoffzellen-Autos. Die Roadmap der H2 MOBILITY sieht vor, die ersten 100 Wasserstoffstationen bis 2019 unabhängig von Fahrzeugzahlen zu errichten. Ziel sind bis zu jeweils zehn Stationen in den sechs deutschen Ballungszentren Hamburg, Berlin, Rhein-Ruhr, Frankfurt, Stuttgart und München sowie Wasserstoff-Korridore entlang von Autobahnen.

Die zweite Projektphase orientiert sich an den Zulassungszahlen von Brennstoffzellenfahrzeugen. 400 Wasserstofftankstellen sollen bis 2023 eine flächendeckende Wasserstoff-Infrastruktur in Deutschland möglich machen und den Weg in eine elektromobile Zukunft ebnen.

Bremerhaven hat grünen Strom aber Nachholbedarf beim Thema Wasserstoff

Der Standort Bremerhaven ist – bezogen auf die Infrastruktur – in Sachen Wasserstoff noch ein weißer Fleck auf der Landkarte. Doch langsam tut sich was. Der Vortragsabend des BUND und des Vereins H2BX findet am 1. März 2018 in der Hochschule Bremerhaven im Gebäude K Raum 02 (K02) statt und beginnt um 19 Uhr.


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