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Best Practice durch Bio – direkt am Eingang zum Bremerhavener Hafengebiet

Bremerhavener Supermarkt wächst mit Umwelt-Standards

„Bio“ in Supermärkten ist Trend – in manchen Märkten mehr, in anderen weniger. Im Aktivmarkt Roter Sand springt einem das Bio-Schild am laufenden Regal-Meter entgegen. Mehr als 3500 Artikel mit dem Bio-Gütesiegel sind im Sortiment. Der Grund dafür ist einfach: Inhaber Jens Knauer setzt sich für die Umwelt ein – und das nicht nur beim Einkauf der Ware, sondern auch regional.

„Wir wollen gern dazu beitragen, dass der Einkauf möglichst umweltschonend ist“, sagt der gelernte Einzelhandelskaufmann. 2012 hat er den Supermarkt direkt am Eingang zum Hafen übernommen und beständig ausgebaut – im  Sinne der Umwelt. Dazu gehört auch der große Komplettumbau des gut 3000.Quadratmeter großen Marktes vor gut vier Jahren. „Ich habe mich gleich dazu entschlossen, die komplette Innenbeleuchtung auf LED umzustellen. Das war zwar wesentlich teurer als mit herkömmlichen Lampen, aber hat sich definitiv gelohnt. Wir verbrauchen wesentlich weniger Strom und zahlen dementsprechend auch weniger.“

Dass der Supermarkt Roter Sand sich inzwischen zu einem der wenigen 24-Stunden-Supermärkte in Deutschland entwickelt hat, spielt in die Ökologie-Rechnung mit hinein: „Das Licht brennt bei uns tatsächlich an sechs Tagen in der Woche rund um die Uhr. Die Ausstattung mit LED´s war dafür ein wirklicher Glücksgriff und die richtige Entscheidung“, sagt Jens Knauer.

Der 41-jährige hat die Umwelt-Ausrichtung seines Markts immer weiter ausgebaut. Ein wichtiger Schritt war, einen Teil der Ware ausschließlich bei regionalen Anbietern einzukaufen. „Wir haben uns dafür eine Entfernung von maximal 30 Kilometern in alle Richtungen als Grenze gesetzt. Dadurch werden die Emissionen durch den Transport der Ware reduziert“, erklärt Jens Knauer. So kommt ein Teil der Äpfel im Sortiment von Bauern aus der Region und auch der Spargel. Erdbeeren und Tomaten gehören ebenso dazu wie Tiefkühlartikel von örtlichen Produzenten – und auch Fleisch.

„Ja, das war der Ferdinand“, lacht Jens Knauer und zeigt sofort ein Foto auf seinem Mobil-Telefon. Den Black Angus-Ochsen hatte er bei einem lokalen Bauern bereits als Jungtier gekauft und konnte so beobachten, wie das Tier heranwuchs. „Der war ständig draußen auf der Weide und hat fast nur Gras gefressen. Glücklicher, gesünder und biologischer geht´s nicht.“ Getauft wurde der Ochse auf den Namen „Ferdinand“ und dann auch so am Frischtresen nach der Schlachtung verkauft. „Dass gibt den Kunden zusätzlich die Sicherheit, etwas aus der Region zu kaufen  und damit etwas für die Region zu tun.“

Diesen Gedanken hat Jens Knauer auch bei der Auswahl seiner frischen Tagessuppen weiter verfolgt. Die Suppen werden in einem Betrieb in Nordenham hergestellt oder im Haus selber. Wer etwas davon mitnehmen will, füllt sich ein paar Kellen am Suppenstand in einen Isolier-Becher – selbstverständlich aus recycletem Karton hergestellt. Die Papiertüten an den Kassen verkauft Jens Knauer inzwischen günstiger als die Plastik-Tragetaschen: „Damit wollen wir erreichen, dass die Kunden eher umweltfreundliche Taschen kaufen.“ Die Strategie greift. Die Zahl der verkauften Papiertaschen hat sich innerhalb kurzer Zeit auf 2500 Tüten pro Woche verfünffacht und die Zahl der verkauften Plastiktüten hat sich auf 2000 pro Woche halbiert. Parallel dazu hat der Supermarkt-Inhaber noch faltbare Kartons zur Mehrfacht-Nutzung für den Einkauf-Transport ins Angebot genommen. Jens Knauer: „Die laufen wirklich super.“

Apropos Transport: Seinen Lieferservice stellt er auf Elektro-Autos um.  Das erste E-Mobil ist schon im Einsatz. Direkt vor dem Markt auf dem Parkplatz ist seit kurzem eine Stromzapfstelle für E-Autos, die auch zunehmend von Kunden genutzt wird. Ideen für mehr Umweltschutz im Unternehmen hat Jens Knauer noch einige. „Wir wollen noch stärker auf regionale Produkte setzen und damit die Emissionen reduzieren. Außerdem ist das nächste Elektro-Auto schon in Planung. Ach ja, und nächstes Jahr werden wir unsere Kühlung auf eine moderne Kohlendioxid-Anlage umrüsten. Damit senken wir unseren Energieverbrauch nochmal um 30 Prozent.“


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