Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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Klimawandel

Vorschläge zur Erschließung der Luneplate für eine Green Economy

Planungsmittel für weitere attraktive Gewerbeflächen in Bremerhaven politisch beschlossen

Bremerhavens Potential an erschlossenen Gewerbeflächen ist endlich und wird immer kleiner. Eine zukunftsorientierte Wirtschaftsstrukturpolitik muss heute den Blick auf Übermorgen werfen. Dazu gehört zentral die vorausschauende Entwicklung von Gewerbeflächen für die ansässige Wirtschaft und für Unternehmen, die auf der Suche nach neuen Standorten sind. Einen besonderen Stellenwert haben die Flächen auf der Luneplate, die bis Ende 2009 größtenteils niedersächsisches Gebiet waren. Seit dem 1. Januar 2010 gehört die Luneplate zu Bremerhaven. Damit konnte das Bremerhavener Stadtgebiet nicht nur um fast 20 Prozent vergrößert, sondern auch ein Teilbereich von 155 Hektar als letztes großflächiges Areal für Industrie- und Gewerbeflächen ausgewiesen werden.

Mitte 2012 hat die Bremer Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen die ersten Voraussetzungen zur äußeren Erschließung der Luneplate geschaffen, indem Mittel in Höhe von 14,94 Millionen Euro für den Bau einer Erschließungsstraße mit zwei Brückenbauwerken beschlossen wurden. Die Maßnahme, für deren Umsetzung die BIS Bremerhavener Gesellschaft für Investitionsförderung und Stadtentwicklung mbH (BIS) zuständig ist, steht kurz vor der Fertigstellung. Damit ist dann die erste Anbindung der Luneplate an das überregionale Straßennetz geschaffen.

Jetzt wurde die weitere Erschließung der gewerblichen Flächen auf der Luneplate politisch besiegelt. Bremerhaven erhält damit in den nächsten Jahren die Chance, seine gewerbliche und industrielle Basis weiterzuentwickeln, insbesondere auch mit Blick auf großflächige Ansiedlungen. Die Luneplate ist insbesondere durch ihre verkehrsgünstige Anbindung als möglicher Standort für Unternehmen mit hohem Transportvolumen bzw. Lieferverkehrsaufkommen attraktiv. Die unmittelbare Nähe zum Wesertunnel sowie zur A27 über zwei schnell erreichbare Anschlussstellen (Bremerhaven Süd und Bremerhaven Wulsdorf) sowie die Planung und Umsetzung der zukünftigen Küstenautobahn A20 wird dieses Interesse noch steigern. Ebenso die Nähe zu Hafenanlagen für Großschiffe.

Nils Schnorrenberger, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft BIS ist von der Zukunft des neuen Industriegebiets überzeugt: „Ein Industriegebiet mit einer kurzen Anbindung an die Autobahn und einer passenden Hafeninfrastruktur schafft vielfach neue Möglichkeiten, Unternehmen anzusiedeln. Wenn wir für den Ausbau der Offshore Windenergie wieder politisch höhere Ausbauziele bekommen und die notwendige Netzanbindung steht, wird auch der Bedarf dieser Branche wieder steigen. Aber die Luneplate ist auch für andere Branchen sehr attraktiv. Dies gilt zum Beispiel für den großen und schweren Maschinen- und Anlagenbau. Aber auch in der Green Economy und dem nachhaltigen Wirtschaften sehen wir Zukunftsmärkte, die wir mit einem nachhaltigen Gewerbegebiet erschließen wollen.“

Die Umsetzung des Gesamtkonzeptes ist schrittweise und bedarfsabhängig bis 2027 geplant. Den geplanten vier Umsetzungsphasen geht eine Planungsphase (Leistungsphasen 1 bis 4) voraus, die die Entwicklung der Gesamtfläche berücksichtigt und bis Ende 2020 abgeschlossen sein soll. Darüber hinaus ist in diesem Zeitraum der Nachweis über entsprechende Ausgleichsflächen für die Gesamtmaßnahme sicherzustellen.

Im Rahmen des Projektes Green Economy wird derzeit erarbeitet, wie ein nachhaltig ausgerichtetes Gewerbegebiet auf der Luneplate aussehen könnte, denn immer mehr Unternehmen wenden sich einer Wirtschaftsweise zu, die auch ökologisch vertretbar ist und das Klima schützt. Hierfür führt die BIS derzeit ein dialogorientiertes Werkstattverfahren mit zwei Planungsteams durch. Das Team BPR / schneider+schumacher / Latz+Partner entwickelt im Teil I des Werkstattverfahrens Ende August die vorgestellte Lösung aus einem städtebaulich-freiräumlichen Ansatz heraus, um auch das Gewerbegebiet Teil der Stadt werden zu lassen. Das Team cityförster / urbane gestalt / transsolar formuliert die strukturelle Leitidee seines Vorschlags aus der vorgefundenen Topografie und den Grünstrukturen des angrenzenden Naturschutzgebietes Luneplate, d.h. dass sich der Planungsvorschlag entlang der vorhandenen Deichrudimente orientiert und diese als formgebendes Inneres neu interpretiert. Bis Oktober 2017 werden die Planungsteams die Vorschläge weiter konkretisieren.

 

 


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