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Volle Kraft voraus für die Forschung: MS Heincke auf umweltfreundlichem Wissenschafts-Kurs

Sie ist das zweitgrößte Schiff der Forschungsflotte am Bremerhavener Alfred-Wegener-Institut: die gut 55 Meter lange MS Heincke. Das Schiff ist im Einsatz in der Nordsee und im Nordatlantik und als Wissenschafts-Plattform ganz besonders ausgerüstet. Die MS Heincke verfügt über drei Hauptmaschinen, die durch Rußfilter und Abgasreinigungsanlagen besonders umweltfreundlich arbeiten.

Vor gut zwei Jahren wurde die MS Heincke im Maschinenbereich komplett neu ausgestattet. Das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI) hat hierfür rund 1,5 Millionen Euro in die Hand genommen. Marius Hirsekorn ist in der Logistik-Abteilung des AWI für die Forschungsschiffe zuständig. „Die Maschinen aus dem Baujahr 1990 waren an die Verschleißgrenze gekommen und auch unwirtschaftlich geworden. Sie haben zu viel Brennstoff verbraucht und hatten mittlerweile auch hohe Wartungs- und Ersatzteilkosten.“

Deshalb wurden Anfang 2015 drei neue MAN-Dieselmotoren mit 532 Kilowatt Nennleistung eingebaut, zusätzlich mit Rußpartikelfiltern und einer nachgeschalteten Abgasreinigung ausgestattet. Die Reinigung erfolgt über eine so genannte SCR-Abgasnachbehandlung. Dabei entfernt ein Katalysator die Stickoxide aus den Abgasen. Weil bei der bisherigen Schiffskonstruktion dafür kein ausreichender Platz war, wurde der gesamte Schornstein erneuert. „Außerdem haben wir einen Luftkompressor sowie einen Harnstofftank installiert, die für den Katalysator notwendig sind“, so Hirsekorn.

Auf dem Kurs Richtung Ökologie wird auch längst der Abfall an Bord der Heincke getrennt. „Wir sammeln sowohl den normalen Müll als auch Metall, Glas oder Plastik in unterschiedlichen Behältern“, sagt Dr. Rainer Knust, AWI-Biologe und wissenschaftlicher Koordinator für die Forschungsschiffe MS Heincke und MS Polarstern. Wo immer es in den Häfen möglich sei, werde der Müll dann auch getrennt entsorgt.

Die Ziele des Alfred-Wegener-Instituts beim Ausbau der Umweltfreundlichkeit ihrer Forschungsschiffe sind hoch gesetzt. Aktuell sind die Mitarbeiter dabei, die MS Heincke für ein wertvolles Zertifikat noch umfangreicher auf den Prüfstand zu stellen. „Wir wollen möglichst bald den „Blauen Engel“ am Schornstein der MS Heincke präsentieren“, erzählt Rainer Knust. „Dafür müssen verschiedene Anforderungen erfüllt sein. Welche Kühlmittel werden im Schiff verwendet? Wie ist das Recycling an Bord? Welche Antriebsarten sind eingebaut? Die Vorgaben hierfür sind für jeden Schiffstyp anders. Wir sind gerade dabei, den Forderungskatalog für die MS Heincke abzuarbeiten.“

Neben dem 2013 in Dienst gestellten Neubau FS Mya II ist die  Heincke das zweite AWI-Forschungsschiff mit umweltfreundlicher Technik. Dr. Rainer Knust: „Wir freuen uns, dass wir die Schadstoffbelastung mit den neuen Maschinen reduzieren können. Auch den geplanten Nachfolger unseres Forschungseisbrechers MS Polarstern werden wir mit neuster Technik so umweltfreundlich wie möglich bauen“.

Die MS Heincke ist an 250 Tagen im Jahr auf See und bietet bis zu zwölf Wissenschaftlern einen Platz zum Leben und Arbeiten. Die Einsatzgebiete von FS Heincke sind die Nordsee und der Nordatlantik. In den Sommermonaten ist das Forschungsschiff sogar bis zur norwegischen Inselgruppe Spitzbergen unterwegs. Das Schiff hat einen Radius von rund 4000 Seemeilen und erlaubt Forschungsfahrten mit bis zu 30 Seetagen.

Das Forschungsschiff Heincke trägt den Namen von Friedrich Heincke, dem Gründungsdirektor der „Königlichen Biologischen Anstalt Helgoland“. Die Biologische Anstalt Helgoland gehört seit 1998 zum Alfred-Wegener-Institut und ist einer von vier AWI-Standorten.

 

 


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