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Chile
Best Practices aus der Wirtschaft, Erneuerbare Energien

Wind-Know-How für Chile

Delegation möchte von Bremerhavener Erfahrungen lernen

Eine Delegation aus der chilenischen Region Bío-Bío informierte sich kürzlich bei der Bremerhavener Wirtschaftsförderung über ihre Erfahrungen bei dem Aufbau eines Clusters für Windenergie. Dies kommt nicht von ungefähr: In Bío-Bío wird der Bremer Windparkentwickler wpd ab 2021 grünen Strom liefern. Dem Turbinenhersteller Senvion wurden bereits im April letzten Jahres Aufträge für 2 Windparkprojekte in Chile in Aussicht gestellt. 

Chile hat sich große Ziele beim Ausbau der regenerativen Energien gesetzt. Der Anteil an Erneuerbaren Energien am Strommix soll bis 2050 auf 70 Prozent steigen, 2014 lag der Anteil bei 41 Prozent. Bisher setzt Chile bei der Stromerzeugung hauptsächlich auf Kohle (41 Prozent), gefolgt von großer Wasserkraft (34 Prozent) und Gas (11 Prozent). Die Bioenergie liefert 4 Prozent, die Windenergie 2 Prozent, und die Solarenergie kommt auf rd. 1 Prozent.

Im April 2016 wurde dem Unternehmen Senvion, das u.a. in Bremerhaven Windturbinen produziert, in Aussicht gestellt, Anlagen für die Windparkprojekte Sarco und Aurora zu liefern. Der Auftrag umfasst 93 Windenergieanlagen mit einer Gesamtleistung von über 300 Megawatt für die Windparks Sarco und Aurora. Sarco befindet sich in der Atacama Region im Norden Chiles rund 530 Kilometer nördlich von Santiago de Chile. Das Windpark-Projekt Aurora liegt in der Los Lagos Region im südlichen Teil Chiles rund 850 Kilometer südlich von Santiago. Die Turbinen sollen noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen.

Von der bislang größten Ausschreibung für Stromlieferungen in Chile, deren Ergebnis im August 2016 bekannt gegeben wurde, wird der Bremer Windparkentwickler wpd profitieren. Die ausgeschriebenen Projekte beinhalten den Bau und Betrieb von sieben Windenergieprojekten mit einer Gesamtkapazität von 986 Megawatt. Die Projekte sind über ganz Chile verteilt und sollen ab Januar 2021 regenerativen Strom liefern. Das gesamte Investitionsvolumen beläuft sich auf 1,65 Mrd. Dollar. wpds Anteil daran beträgt 350 Megawatt, verteilt auf drei Windparks. Sie befinden sich im Süden des Landes, zwei davon in der Bío-Bío Region. Wichtige Industriezweige dieser Region um seine Hauptstadt Concepción sind die Stahl-, Kohle- und Petro-Industrie sowie die Fischerei. Mehrere große Häfen (z.B. Talcahuano) und Eisenbahnstrecken dienen der Versorgung Mittel-Chiles. In Bío-Bío mit seinen 1,8 Millionen Einwohnern befindet sich Chiles größtes Wein-Anbaugebiet, auch der Tourismus spielt eine große Rolle.

Von dem Ausbau der Erneuerbaren Energien erhofft sich die Region Bío-Bío wichtige Beiträge für einen Strukturwandel. In diesem Zusammenhang ist der Bau eines Technologieparks geplant, in dem sich ein „Energie-Cluster“ ansiedeln soll. Die chilenischen Vertreter, Mitarbeiter der Universität Concepción, der Wirtschaftsförderung und des Energieministeriums sowie sieben Unternehmen, tauschten sich anlässlich einer Informationsreise u.a. mit der Bremerhavener Wirtschaftsförderung über ihre Erfahrungen bei der Entwicklung der Windenergie-Industrie aus. Besonders beeindruckt zeigten sie sich von Bremerhavens Erfolgen bei der Ansiedlung des Fraunhofer Instituts IWES und den Hochschulstudiengängen, die auf die Bedarfe der Wirtschaft zugeschnitten sind. Der Dialog mit der Region soll nun weiter fortgesetzt werden.

 


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