Nachhaltig wirtschaften, zukunftsfähig wachsen
Festmachen in Bremerhaven
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H2BX
Best Practices aus der Wirtschaft, Erneuerbare Energien

H2BX- Powerstoff der Zukunft

Zwei Bremerhavener setzen auf die richtige Chemie: Über den Verein „Wasserstoff für die Region Bremerhaven – H2BX“ bieten sie eine Plattform für Unterstützer, die sich für eine klimafreundliche Technologie mit diesem Element begeistern. Mitmachen kann jeder, der die Energiewende vorantreiben und mehr über Wasserstoff erfahren möchte.

H2BX, der Name sieht kryptisch aus und klingt auch so. Claas Schotts Erklärung lässt die Buchstaben-Zahlen-Kombination dann allerdings unvergesslich werden: „H2 steht für Wasserstoff. BX war das alte Fischereikennzeichen Bremerhavens. Der Name soll deutlich machen, dass wir etwas für Bremerhaven und die Region tun – mit Wasserstoff.“ Er und Michael Labetzke riefen den Verein im November 2016 ins Leben. Sie streben ein Projekt mit Leuchtturmcharakter an, denn das Ziel lautet, der Umwelt zuliebe auf Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie zu setzen. Sie hat Vorteile und ist klimafreundlich, ressourcenschonend, macht die Energiespeicherung möglich, obendrein lässt sich Wasserstoff zu synthetischem Erdgas umwandeln.

„Mithilfe dieser Technologie sind wir nicht mehr auf Rohstofflieferanten angewiesen und lösen das Problem, dass sich erneuerbare Energien nicht speichern lassen“, erläutert der Diplom-Ingenieur Schott. Windräder und Solarstromanlagen produzieren oft Überschüsse, die nicht „gesammelt“ werden können. Die Technologie bietet eine Umnutzung, bei der am Ende Wasserstoff entsteht. Und so funktioniert es: Der Windrad- und Solarstrom wird für die Elektrolyse genutzt, bei der Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zerteilt wird – ein simples und umweltschonendes Verfahren.

Für Heizkörper und Tank

Mit Wasserstoff lässt sich Energie sogar Aufbewahren. Möchte man die so gespeicherte Energie wieder nutzen, muss er dazu in eine Brennstoffzelle geschleust und mit dem Sauerstoff aus der Luft reagieren. Dann entsteht Strom für Autos, Busse, Züge oder Haushaltsgeräte. Als „Abfallprodukt“ bleibt Wasser übrig. Mischt man dem Wasserstoff Kohlendioxid bei, entsteht ein synthetisches Erdgas, das ins Erdgasnetz einspeist und wie natürliches Erdgas genutzt werden kann.

Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie schont das Klima und könnte einen neuen Wirtschaftszweig aufblühen lassen. Labetzke und Schott schwebt eine Produktionsstätte mit angegliederter Tankstelle vor. Doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg. Die Bevölkerung reagiert auf die Idee bisher aus Unwissenheit mit Argwohn. Die bisher rund 20 Vereinsmitglieder klären über das ungiftige Element auf, von dem nicht mehr Gefahr ausgeht, als von anderen Gasen auch. Was viele nicht wissen: Wasserstoff wird schon lange in der Raumfahrt und der Nahrungsmittelindustrie genutzt. „Wir wollen Ängste nehmen und die Menschen aus unserer Region an das Thema ranführen“, sagt Schott, der in der Offshore-Windpark-Planung tätig war und jetzt Technischer Angestellter an der Hochschule Bremerhaven ist. Geplant sind Veranstaltungen, in denen neben der reinen theoretischen Informationsvermittlung auch die Handhabung der Technologie plastisch sichtbar wird. Im August steht das erste Event an.

Überzeugungsarbeit tut Not

In einigen Jahren gehört die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie  zum Alltag, sind sich die Vereinsgründer sicher. Dann können Autos und Busse in Bremerhaven bequem an einer Tankstelle Energie zapfen. Überzeugungsarbeit ist nötig. Aber Schott ist guter Dinge: „Die meisten reagieren positiv und wollen wissen, weshalb sich die Technologie noch nicht durchgesetzt hat.“ Im Verein mitmischen kann jeder, der hinter der Vision einer umweltschonenden Ressourcennutzung steht – und davon weitererzählen will. Nachahmung ist übrigens erwünscht: „Wenn weitere Anlagen entstehen, ist uns das nur recht.“
Kontakt unter: kontakt@h2bx.de


6 Kommentar(e)

    Bernd Schulz

    Ein interessantes Projekt. Ich würde gern mehr erfahren.

      Annette Schimmel

      Lieber Herr Schulz,
      vielen Dank für Ihr Interesse. Für weitere Fragen können Sie sich direkt an den Verein (kontakt@h2bx.de) wenden.

    ugroschel

    Ich warte mal auf jemanden der in eine Pilotanlage investiert, damit man auch die Kosten kennt. die Stadt Bremerhaven sollte das nicht sein.

    Lüthke Jörg

    Hallo.
    Solche Projekte sind der Anfang einer neuen Energiära.
    Für mich steht Wasserstoff auch seit längeren für die zukünftige Energiegewinnung auf Platz eins.
    Allerdings muss hierzu der Strom viel billiger werden um die Erzeugungsverluste
    vernachlässigen zu können.
    Das wäre der Fall wenn man Energie regenerativ und dezentral im Überfluss hätte .
    Dazu wäre schön wenn die Bürger dieser Region die Möglichkeit haben diese Anlagen mitfinanzieren können und somit
    Gesellschafter und Nutznießer zugleich sind.

    Heike Kruse

    Das ist die richtige Herangehensweise. Ich bedanke mich bei den Gründern. Ihr seid klasse.❤️

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